Harmonie durch
03.08.2010 | 15:15 Uhr 2010-08-03T15:15:00+0200
Belecke.(lamo) „Sie ist so harmonisch und in sich geschlossen”, mit diesen Worten beschreibt Ortsvorsteherin Elke Bertling die Belecker Altstadt. Als Ganzes ist sie ein Motiv der Heimat - im Speziellen ist ein solches Heimatmotiv aber auch der sogenannte „Belecker Haustyp”.
58 Häuser, damals zwei Drittel der Stadt, fielen dem letzten großen Stadtbrand 1805 zum Opfer. Alles was südlich der Probsteikirche lag, war zerstört. Was danach aufgebaut wurde, macht noch heute den besonderen Reiz aus. „Städtebaulich ist die historische Altstadt Beleckes über die Grenzen hinaus bekannt”, erzählt Heimatforscher Joseph Friederizi, Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins Badulikum, und ein wenig Stolz schwingt in seiner Stimme mit.
Um das Übergreifen eines Feuers von einem Haus zum anderen zukünftig zu vermeiden, mussten strenge Vorgaben beim Wiederaufbau eingehalten werden. „Die Bauvorschriften erließ die damalige hessische Regierung”, erklärt Friederizi. „Eine offene Bauweise mit breiten, sich rechtwinklig kreuzenden Straßen wurde gefordert.” Die Abstände zwischen den Häusern und die Breite der Straßen sollten groß sein - aus Brandschutzgründen. Bis heute ist dieses Konzept zeitgemäß, stellt Friederizi fest: „Für den Autoverkehr und Bürgersteige ist in der Altstadt noch heute ausreichend Platz.”
Auch die Größe der Häuser war vorgegeben: 36 Fuß Länge und 32 Fuß Breite. „Die Einheit Fuß war abhängig von der Gegend, bei uns können wir einen Fuß aber etwa mit 32/33 cm Länge annehmen”, erklärt Friederizi. Der „Belecker Haustyp” hat weiterhin ein Krüppelwalmdach, das mit Schiefer gedeckt ist - nicht mehr mit leicht entflammbarem Stroh. Die Häuser standen giebelständig zur Straße, Küche und Wohnräume lagen zur Straße hin, dann folgte die Querdeele und dahinter die Stallungen - Menschen und Tiere lebten also unter einem Dach.
Der Stadtbrand war an einem Karsamstag - noch vor dem Winter standen alle Häuser wieder. „Das sind so herrschaftliche Häuser, die da aus dem Nichts entstanden sind”, schwärmt Elke Bertling von ihrem Heimatort.
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