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WIM 2010

Ganze Feuershow liegt auf einem USB-Stick

03.09.2010 | 12:00 Uhr
Ganze Feuershow liegt auf einem USB-Stick
Pyrotechniker Ulf Wagner aus Belecke und sein Gehilfe Daniel Schilling sind für das farbenprächtige Feuerwerk verantwortlich.

Warstein.Ulf Wagner und Daniel Schilling sind die Pyrotechniker auf der Warsteiner Internationalen Montgolfiade (WIM). Samstagabend haben sie ihren großen Auftritt am Hillenberg.

Wenn Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ am späten Samstagabend aus den Lautsprechern am Hillenberg ertönt und das farbenprächtige Leuchtspektakel am schwarzen Firmament die Besuchermassen in den Bann zieht, dann haben sie ihren großen Auftritt: Ulf Wagner und Daniel Schilling sind die Pyrotechniker auf der Warsteiner Internationalen Montgolfiade (WIM).

Erhöhter Herzschlag

„Mit jedem Tag erhöht sich bei uns der Herzschlag“, gibt der nebenberufliche Feuerwerker Ulf Wagner offen zu und fiebert seinem persönlichen „Event des Jahres“ entgegen. Der 33-jährige Belecker sorgt bereits seit 2004 mit dem Lichterzauber jeweils an den beiden WIM-Samstagen für eine Attraktion der besonderen Art.

Bevor jedoch die Geschosse gen Montgolfiade-Himmel fliegen, müssen Ulf Wagner und sein 24-jähriger Auszubildender Daniel Schilling akribische Vorarbeit leisten. Das geht los von der Organisation der Bomben und Effekte bis hin zur Planung und Durchführung der inhaltlichen Feuerwerkshow. „Das Feuerwerk kann man probemäßig vorher nicht abbrennen. Die gesamte Darbietung findet ausschließlich im Kopf statt“, erklärt Ulf und verweist gleichzeitig darauf, dass sich die beiden „Knall-Experten“ im Vorfeld nur darüber Gedanken machen können, was – und vor allem passend zur musikalischen Untermalung – zusammenpasst.

In digitaler Form

Mit Hilfe des PC tüftelt das Duo dabei an der perfekten und lückenlosen Inszenierung. Die Berechnung der Steigzeit, jener Zeit vom Abfeuern der Bomben bis zur Explosion, ist dabei von ganz entscheidender Bedeutung. „Die Geschosse sollen sich im Rhythmus der Musik entfalten können“, betont Wagner, der in diesem Jahr als Musik ein Mix aus Klassik und Rock/Pop ausgewählt hat – mehr will er noch nicht verraten.

Die gesamte Show liegt damit in digitaler Form vor, so dass die Daten nur noch per USB-Stick auf die Sender der beiden neuen und erstmals auf der WIM verwendeten Funkzündanlagen übertragen werden müssen.

Nach dem Night-Glow

Am morgigen Samstag werden die Pyrotechniker zum ersten Mal den Besuchern die Aaaahhhs und Oooohhhhs aus dem Mund entlocken, wenn sie nach Beendigung des Night-Glows (gegen 22.30 Uhr) von einem der angrenzenden Steinbrüche ihr Können unter Beweis stellen. Über 700 Kilogramm Sprengstoff, darunter 350 Kugel- und Zylinderbomben mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern, die von robusten Glasfaserrohren abgefeuert werden, sowie zahlreiche eingebaute Effekte wie Batterien, Feuertöpfe, Kometen und römische Lichter werden den Menschen vor Ort ein achteinhalbminütiges Highlight bescheren.

Hinzu kommen noch neue Effekte wie die sogenannten „Ghostshells“ oder zu Deutsch: „Wischer-Effekt-Bomben“. Hierbei soll es sich um aufleuchtende Sterne handeln, die wie ein Wischer um die Bombe kreisen.

Eine Tonne Sprengstoff

Darüber hinaus werden Wagner und sein Gehilfe auch neue Goldeffekte mit Blinksternen, Wasserfälle mit aufleuchtender Spitze sowie zahlreiche Silberwirbel präsentieren, bevor sie es beim zweiten Feuerwerk am Samstag, 11. September, noch einmal, im wahrsten Sinne des Wortes, so richtig krachen lassen werden.

Rund eine Tonne Sprengstoff werden sie dann im Gepäck haben. An die 600 Bomben in Verbindung mit diversen Effekten werden in zwölfeinhalb Minuten den Himmel über dem Hillenberg zum Leuchten bringen.

Gänsehaut

„Wir sind bereit. Jetzt hoffen wir nur, dass alles so klappt wie wir es uns vorgestellt haben“, bekräftigt der leidenschaftliche Pyrotechniker, der morgen Abend mit einem bloßen Knopfdruck auf seiner Fernbedienung das bunte Spektakel starten wird und am Ende hofft: „Wenn der Applaus von tausenden Leuten zu uns herüberschwappt, dann geht das runter wie Öl – ein wahres Gänsehautgefühl.“

Georg Giannakis

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