Für Schulprojekt fehlen Know-how und Geld
15.07.2011 | 18:14 Uhr 2011-07-15T18:14:00+0200
Belecke.An der Hauptschule Möhnetal setzt man schon seit fast zwei Jahrzehnten auf die Kraft der Windenergie. Jetzt aber ist die innovative Anlage, die Lehrer Peter Ott 1992 mit Schülern gebaut hat, in die Jahre gekommen und muss von Grund auf saniert werden. Dafür werden noch Sponsoren gesucht.
„Energiewende“. Anfang der 90er Jahre war das ein Begriff, den kaum jemand kannte. Erst recht aber haben nur wenige geglaubt, dass eine Wende in der Energiepolitik einmal kommen würde. Zu sicher schien, dass der durch Kohlekraft und Atomkraftwerke erzeugte Strom auch noch Jahrzehnte später aus den Steckdosen fließen würde.
Zu den Wenigen, die auch damals schon daran geglaubt haben, dass die Wende kommen wird, gehörte Peter Ott: „Ich war schon immer davon überzeugt, dass Windkraftanlagen eine der Technologien der Zukunft sein würden. Als der weltweite Energieverbrauch immer weiter angestiegen ist, war mir klar, dass es so nicht weiter gehen konnte.“
U-Boot-Batterien
Aufgrund von vielen persönlichen Beziehungen hat Ott damals das Material für die Windkraftanlage, die schließlich auf dem Dach des Schwimmbades am Belecker Schulzentrum installiert wurde, „zusammen bekommen“. So werden zum Beispiel U-Boot-Batterien eingesetzt, um den erzeugten Strom zwischen zu speichern. Die haben die fünf- bis zehnfache Kapazität von Autobatterien. „Und sie sind deutlich langlebiger und kurzschlusssicherer“, weiß Ott und schmunzelt: „An die kommt man natürlich normalerweise nicht...“
Für die Schüler war das damals und auch in den Folgejahren eine tolle Erfahrung. Dass regenerative Energie ein Schlüssel zur Zukunft ist war damals noch nicht so im Bewusstsein wie heute. Auf der Haar zum Beispiel, wo sich heute Dutzende von Windrädern drehen, gab es in den 90er Jahren nur ganz vereinzelt welche.
Der durch das Windrad erzeugte Strom ist in der Vergangenheit von der Schule direkt genutzt worden: zum Beispiel für die Beleuchtungsanlage, mit der im Foyer die Bilder von Schülern angestrahlt wurden.
Überholung nötig
Vor einigen Wochen jedoch musste die Anlage abgebaut werden, weil sie dringend überholt werden muss. Rotorblatt und Generator liegen nun im Physikraum. Zudem muss die Steueranlage komplett erneuert werden. Hier hat die Feuerwehr Mängel beim Brandschutz festgestellt. Und auch die Batterien haben möglicherweise ihre besten Jahre hinter sich. Kurz: Es ist Geld nötig, um das innovative Schulprojekt buchstäblich wieder ans Laufen zu bringen. Ott: „Gerade jetzt, wo alle über die Energiewende reden, wäre das natürlich ein schönes Signal.“
Das sieht auch Schulleiter Marcus Schiffer so, der hofft, dass sich Sponsoren finden. Vor allem aber wird jemand gesucht, der die Anlage fachmännisch überprüft und wartet. Schiffer: „Das ist uns fast noch wichtiger als monetäre Zuwendungen. Aber die nehmen wir natürlich auch gerne an.“ Erste Gespräch mit einer namhaften Firma im Möhnetal dazu laufen bereits.
Die Windanlage, so Schiffer, sei ein klassisches Beispiel dafür, wie Schule und Betriebe sich gegenseitig verzahnen und voneinander profitieren können: „Die Schule kann das Know-how hiesiger Firmen nutzen und umgekehrt profitieren die Firmen davon, dass sie motivierte Schüler für eine Ausbildung bekommen können.“
Wer der Hauptschule helfen will, kann sich direkt unter 02902/75852 melden.
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