Experten raten zum Genuss
27.12.2011 | 17:47 Uhr 2011-12-27T17:47:00+0100
Warstein.Wer seinen Gürtel nach den Weihnachtstagen ein Loch weiter stellen kann, wird sich über die folgenden Zeilen vermutlich ärgern. „Wer mit Genuss ein bisschen zu viel geschlemmt hat, hat es richtig gemacht“, sagt Chefarzt Dr. Rolf Cramer.
Die Weihnachtstage sind Schlemmertage. Der ein oder andere wird dabei auch wieder über das Ziel hinausgeschossen haben. Sowohl was die Menge an köstlichen Speisen, als auch ihre ungesunden Inhalte angeht.
„Wer zu viel gegessen hat oder zu wenig Ballaststoffe zu sich genommen hat, wird zunächst einmal Stuhlgangprobleme bekommen. Auch ein höherer Fettgehalt im Blut wird feststellbar sein“, sagt Dr. Lutz Humpert, Facharzt für Innere Medizin im Maria Hilf Krankenhaus. Auch Leber und Bauchspeicheldrüse werden durch die ungewohnten Mengen stark strapaziert.
Das wirkt sich auch auf das Hungergefühl nach den köstlichen Tagen aus. Humpert: „Die Dehnungsrezeptoren im Magen sprechen ganz anders an“. Die Folge: Das Hungergefühl wird stärker. „Dem Problem mit Hungern entgegenzutreten, wäre falsch, weil der Körper sonst glaubt, es sei Mangelzeit und noch mehr speichert als er soll.“
Die ganze Essensproblematik beginne ohnehin im Kopf, sagt Chefarzt Dr. Rolf Cramer. „Wenn wir genießen, machen wir alles richtig.“ Der Herz-Experte weiß zudem, dass sich durch den erhöhten Alkoholkonsum an den Feiertagen auch der Blutdruck erhöht.
Erhöhte Nahrungsmengen machen einem Organ besonders zu schaffen: Der Gallenblase. Ein Großteil vieler Gallensteine besteht aus Cholesterin. Fetthaltige und überdrüssige Ernährung fördern den Aufbau solcher häufig schmerzhaften Steine. Die letzte Rettung — zumindest in Warstein — ist dann Chirurg Dr. Frank Houben.
Übrigens: Den Bauchumfang - der sich hoffentlich bei den meisten unserer Leser nicht erweitert hat - schätzen die Experten aus dem Maria Hilf Krankenhaus als wesentlich wichtiger als den sogenannten Body-Mass-Index (BMI) ein. Dr. Cramer: „Bei mehr als einem Meter wird es sehr kritisch für die meisten unserer Organe.“
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