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Einzelhändler an Dieplohstraße: Umgehungsstraße wichtiger als Neue Mitte

26.05.2012 | 07:00 Uhr
Einzelhändler an Dieplohstraße: Umgehungsstraße wichtiger als Neue Mitte
Sie alle haben ein Geschäft auf der Dieplohstraße und ihre Meinung ist klar: „In Warstein muss definitiv etwas gemacht werden“, sagt Bettina Risse. Jörg Mertens (links) und Bernhard Dust stimmen zu. Foto: Anna Horstmann

Warstein.   Sollte in der ersten Fassung des Konzepts „Neue Mitte“, der großen Lösung, noch die gesamte Fläche zwischen Marktplatz und Domring überbaut werden, blieb in der zweiten Fassung der Marktplatz bereits außen vor.

Das Planungsbüro Junker und Kruse rät jedoch, der kleinen Lösung gemäß nur den Bereich zwischen Hotel Bergenthal und Domring bis zum Geschäft Tintenklecks in ein Einkaufszentrum umzuwandeln. Die Dieplohstraße bliebe im alten Zustand. Direkt betroffen sind von diesem Vorschlag die Einzelhändler dieser Straße.

„Warstein arbeitet nicht gerade an seiner Attraktivität“, bringt Bernhard Dust, Inhaber der Buchhandlung Dust, die Meinung vieler Einzelhändler an der Dieplohstraße auf den Punkt. „In Warstein muss definitiv was gemacht werden“, sagt Juwelier-Risse-Inhaberin Bettina Risse. Ganz ähnlich tönt es aus allen Mündern. „Das in Warstein etwas passieren muss, ist klar“, sagt CappoVino-Inhaber Jörg Mertens. „Fakt ist, dass in Warstein was passieren muss“, echot unabhängig Bernhard Dust.

„Ich weiß nicht, ob das nicht der zweite Schritt vor dem ersten ist“, zweifelt der Buchhändler an dem Neue-Mitte-Konzept. Was Warstein zunächst helfen würde: Eine Umgehungsstraße. Doch diese werde noch länger diskutiert als die Pläne, die Warsteiner Innenstadt umzugestalten, spotten die Einzelhändel.

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Nach zahlreichen Schwierigkeiten in der Vergangenheit scheint das ehrgeizige Projekt nun auf einem guten Weg zu sein. In dieser Woche hat das Ingenieurbüro Junker und Kruse (Dortmund)  Politik und Verwaltung seine Einschätzung über die Chancen gegeben, die Warstein durch die „Neue Mitte“ erhält.

Noch vor der Sommerpause soll nach Möglichkeit die endgültige Entscheidung fallen, ob es zu einer Realisierung kommt. Auch das Risse-Gelände ist in diesem Zusammenhang von den Dortmunder Experten  als eine Möglichkeit der weiteren Stadtentwicklung untersucht worden.

Und schließlich – und das wissen alle Warsteiner seit Jahren – muss in diesem Zusammenhang auch noch die Verkehrsentwicklung betrachtet werden. Auch hier gibt es inzwischen durchaus positive Signale, dass in naher Zukunft die B55n die gewünschte Entlastung bringen kann.

Wir möchten von Ihnen, liebe Leser, gerne wissen, welche Meinung Sie zu dieser komplexen Thematik haben und bitte Sie, den Fragenkatalog (siehe Downloads) zu beantworten. Die Ergebnis werden wir dann zeitnah veröffentlichen.

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„Ich bin froh, dass die Dieploh­straße nicht überbaut wird, weil mein Laden sonst dahinter liegen würde“, sagt Reformhaus-Inhaberin Barbara Janzik. Keiner der Einzelhändler hat sich bereits entschieden, von der Dieplohstraße in die „Neue Mitte“ zu ziehen, zu viele Dinge blieben den Laden-Inhabern unklar. Über die Höhe der Miete im Neubau können sie nur rätseln. Investor Hubert Bövingloh verwies auf Nachfrage an die Stadt, die gab keine Auskunft.

Auch, welche Läden das Einkaufszentrum beziehen wollen, ist nicht bekannt. „Immer ist die Rede von Ankermietern, aber wer das ist, das weiß man nicht“, sagt Bernhard Dust. Denn von ihnen würde er die Anmietung eines Ladenlokals abhängig machen. Zwischen mehreren Lebensmittelläden würde sich seine Buchhandlung wohl nicht halten können.

Die kleine Lösung sieht Bernhard Dust skeptisch, denn Investor Bövingloh hat bereits angekündigt, nur die Großlösung finanzieren zu wollen: „Dann wird das nichts.“ Mit der Meinung, die große Lösung sei besser als die kleine, ist er unter den befragten Einzelhändlern aber alleine. „Die kleine Lösung wird kommen“, hält CappoVino-Inhaber Jörg Mertens dagegen. „Eigentlich ist das hier die Parkallee von Warstein.“ Besonders die Belebung des Marktplatzes hält er für wichtig: „Mit mir als Café-Betreiber“, sagt der Bistro-Inhaber. Auch den Erhalt des Rathauses begrüßt er.

Doch am Eingang der Dieploh-straße muss sich etwas ändern, sind sie alle einig. Der unattraktive Straßeneingang schreckt vielleicht manche Kunden ab, die Läden weiter die Straße hinauf zu erkunden. „Warstein ist eigentlich eine wunderschöne Stadt, aber da ist einiges versäumt worden“, sagt der gebürtige Warsteiner Jörg Mertens. Mit einem Einkaufszentrum an dieser Stelle könnte sich das Bild ändern.

Anna Horstmann


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