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Ein Regisseur arbeitet an seinem Traum

20.06.2007 | 09:03 Uhr

Rüthen. Einen besonderen Gast hatte jetzt das Friedrich-Spee-Gymnasium: Ralf Stadler, Träger des Deutschen Kurzfilmpreises, stellte den Schülern 90 Minuten lang seine Filmkunst vor.

Mit Begeisterung stellte der 33-jährige Regisseur zwei seiner Kurzfilme der Jahrgangsstufe 12 am Friedrich-Spee-Gymnasium vor. Eingeladen war er im Rahmen der jährlichen Dichterlesungen am Gymnasium.

Stadler brachte mit seinen sehr unterschiedlichen Werken nicht nur Kinoatmosphäre in die Aula der Schule, sondern gab auch kurzweilige und glaubwürdige Einblicke in seinen beruflichen Werdegang. So konnten die Schüler nicht nur zwei Filme erleben, sondern auch einen jungen Regisseur, der zielstrebig daran arbeitet, seinen Traum zu verwirklichen.

Als gelernter Buchhändler hat er sich erst nach dem Dreh seiner ersten Filme dazu entschlossen, Film an der Kunsthochschule Köln zu studieren. "Eine Portion Glück gehört auch dazu", so Stadlers ehrliches Statement, denn auch die "richtigen" Leute musste er erst treffen, um einige Projekte verwirklichen zu können.

Sein "1928" thematisiert in etwa 12 Minuten mit atmosphärisch wirkenden Bildern das Thema Alter und das häufig damit verbundene Verharren in einer früheren Lebensphase - in diesem Fall den Beginn der großen Liebe des Lebens. Die Schüler zeigten sich als fachkundiges Publikum und stellten detaillierte Fragen zu einzelnen Entscheidungen des Regisseurs.

Für Überraschung und Irritation sorgte der neueste Film von Ralf Stadler, da die düsteren und unheilvollen Bilder des "Sturms" in starkem Kontrast zu der eher freundlichen, nostalgisch anmutenden Atmosphäre von "1928" standen. "Der Sturm", mit dem Schauspieler Udo Schenk und seiner Kollegin Tamara Roloff hochkarätig besetzt, offenbarte sich als ein Film, der nicht leicht konsumierbar ist, aber "zum Spaziergang in seine Räume" einlädt. Der Kampf gegen die Naturgewalten in einer nachapokalyptischen Welt entpuppt sich mehr und mehr als Kampf gegen einen noch größeren Feind: die Einsamkeit. Musste der Paderborner Filmemacher Ralf Stadler auch hier mit einem kleinen Budget auskommen, um "großes Kino" zu machen, so war er selbst überrascht, dass sein Kurzfilm "Zigarettenpause", der mit einem Minibudget gedreht werden musste, im letzten Jahr die wichtigste Auszeichnung für den deutschen Kurzfilm gewann - in Potsdam erhielt er den 51. Deutschen Kurzfilmpreis. Das Regietalent arbeitet bereits an einem weiteren Projekt, einem "langen" Kinofilm. Die Schüler wünschten ihm dabei viel Erfolg.

Von Britta Wiegand-Claes

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