Ein 20-Jähriger erfüllt sich seinen großen Traum
12.04.2008 | 00:01 Uhr 2008-04-12T00:01:00+0200Warstein. Dawid Marian Laskowski ist 20 Jahre alt. Während andere 20-Jährige sich noch von Mama und Papa sponsern lassen oder mitten in der Ausbildung stecken, hat der junge Mann andere Ziele. Er ist einer der jüngsten Gastronomen Warsteins.
Denn seit kurzem ist er stolzer Besitzer eines hiesigen Lokals. Gestern war Eröffnung. Dass er mit gerade einmal 20 Jahren schon ein Jungunternehmer ist, findet er völlig normal. „Ich habe schon mit 14 Jahren gekellnert und war von Anfang an begeistert von der Gastronomie”, erzählt er. Mit 15 Jahren sei für ihn klar gewesen, dass er sein eigenes Restaurant führen wolle. Doch zuerst stand die Schullaufbahn auf seinem Programm: Hauptschulabschluss und Höhere Handelsschule. „Ohne einen Schulabschluss kann man einfach nichts werden”, weiß der 20-Jährige.
Schockiert und sprachlos
Doch dann kam seine Chance. Nachdem die Räume der ehemaligen Pizzeria Rondinella auf der Hauptstraße 37 leer standen, nutzte er die Gelegenheit. „Plötzlich stand er im Wohnzimmer und sagte: Mama, ich muss Dir etwas zeigen”, erzählt seine Mutter Aurelia Gentile. Ganz alleine hatte ihr Sohn den Start in die Selbstständigkeit geplant. Mit dem Steuerberater gesprochen, sich ein Finanzkonzept überlegt, eine Produktpalette festgelegt und den Mietvertrag unterschrieben. Und die Reaktion der Mutter? „Ich war schockiert, sprachlos. Er ist schließlich noch sehr jung.”
Stolz auf den Sohn
Doch dieser Schock dauerte nicht lange. Heute ist sie stolz auf ihren ältesten Sohn. Nicht zuletzt deshalb packt die ganze Familie mit an. Stiefvater Domenico wird Chefkoch, Mutter Aurelia ist Mädchen für alles und die Verlobte des 20-Jährigen hilft auch mit. „Ohne die Familie wäre es komplizierter”, gibt Dawid Marian Laskowski zu.
Bevor das „Warsteiner Speisehaus” jedoch gestern eröffnet werden konnte, stand viel Arbeit an. Kreativität war gefragt. Der Jungunternehmer brauchte eine Pizzatheke. Kurzerhand baute er sie selbst, aus der alten Küche seiner Mutter. Er spachtelte, legte Fliesen, strich Wände und forschte im Internet nach einem Pizzaofen, Küchenutensilien, Tischen und Stühlen.
Viel Lauferei zu Behörden
Doch das war noch lange nicht alles. Auch die Finanzen und Behördengänge erforderten Einsatz. Dank eines gut gefüllten Sparbuches, gab es einen Kredit bei der Bank. Und weiter ging es: Finanzkonzept beim Steuerberater prüfen, 1000 Fragen für das Arbeitsamt beantworten — vom Grund der Selbstständigkeit bis hin zur Zahl der Konkurrenten —, Gesundheitszeugnis, Zuschuss erbitten, Konzession beim Ordnungsamt beantragen, polizeiliches Führungszeugnis, Schufa-Auskunft, Nachweis, dass keine Steuerschulden vorliegen. „Eine endlose Rennerei”, sagt Dawid Marian Laskowski. Noch einmal würde er das nicht machen.
Doch jetzt ist er zufrieden. Er steht in seinem Lokal. Tische, Stühle und Dekoration vermitteln ein mediterranes Flair. Sein Traum hat sich erfüllt. Nudeln, Pizza und Salate soll es geben. Schnitzel stehen ebenfalls auf der deutsch-italienischen Speisekarte.
Steckenpferd mit 100-jähriger Familientradition
Auch außer Haus wird geliefert. Im Sommer sollen Eis und Cocktails zum Programm hinzukommen. Italienische Spezialitäten sind das Steckenpferd der Familie. „Mein Vater hat sogar ein 100 Jahre altes Soßenrezept von seiner Familie aus Warsteins Partnerstadt Pietrapaola”, verrät der junge Gaststätten-Chef
Angst zu scheitern hat der 20-Jährige nicht. „Ich bin ein Optimist.” Und außerdem stärkt ihn seine Familie. Auch sein Opa steckt zwischendurch den Kopf durch die Eingangstür. Er ist stolz auf seinen mutigen Enkel. „Der schafft das schon. Und wenn nicht, kommt der Opa und packt mit an”, lacht er.
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