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Der Aufwind weht auch in Warstein

02.05.2007 | 19:43 Uhr

Warstein. Der Aufschwung geht weiter: Deutsche Unternehmen vermelden steigende Gewinne, und die Arbeitslosenzahl ist auch im April weiter gesunken. Aber kommt der Boom auch bei der Warsteiner Wirtschaft an? Die WP hat sich umgehört.

Die lokale Arbeitslosenquote ist dem bundesweiten Trend gefolgt und auch im April gesunken. Die Agentur für Arbeit Soest meldete für die Geschäftsstelle Warstein (Städte Warstein und Rüthen) eine Quote von 7 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im März und 1,9 Punkte weniger als vor zwölf Monaten. Demnach waren im April 2039 Menschen arbeitslos - im März waren es noch 2101 und im Vorjahr 2385. Die Zahlen für die Stadt Warstein lagen gestern noch nicht vor.

Rüdiger Matisz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Soest, führte den positiven Trend auf die konjunkturelle Belebung zurück - und auch viele Unternehmen in Warstein verspüren den Aufwind.

"Wir sind total ausgelastet und haben zurzeit mehr Kundenanfragen, als wir bearbeiten können", sagt Jörg Malzon-Jessen, Sprecher des Belecker Unternehmens Infineon. Davon profitieren auch die Arbeitnehmer, besonders in der Produktion. "Gerade erst haben wir 42 Zeitarbeiter fest übernommen", verkündet Malzon-Jessen. Der Markt "brummt wie verrückt, und das schon seit einem guten halben Jahr."

Auch die Warsteiner Brauerei verzeichnet Absatzsteigerungen, sieht hierfür aber verschiedene Gründe: "Zum einen profitieren wir, wenn die Konsum-Stimmung steigt. Auf der anderen Seite zahlen sich auch unsere Marketing- und Vertriebsaktivitäten aus", sagt Christoph Hermes, Leiter der Unternehmenskommunikation. So verkaufe sich zum Beispiel das neue Bier mit 0,0 Prozent Alkohol gut.

Bei den Handwerkern war die Euphorie zum Jahresende 2006 groß, als viele noch den alten Mehrwertsteuersatz nutzen wollten. Jetzt ist sogar die befürchtete Flaute nach dem Jahreswechsel ausgeblieben. "Die Erhöhung hat sich nicht bemerkbar gemacht", sagt Franz-Josef Köhne, der in seinem Warsteiner Dachdeckerbetrieb in Kürze zwei neue Arbeitskräfte einstellen wird. "Wir profitieren noch von den Folgen nach 'Kyrill', aber auch durch mehr Aufträge aus der Industrie", erklärt Köhne. Auch die Energiesparungsverordnung sorge für Arbeit, wogegen aber die Aufträge für Neubauten zurückgingen.

Auch im Handel hat die höhere Mehrwertsteuer kaum zu Umsatzeinbußen geführt. Entsprechend zufrieden ist Erhardt Eickhoff, Geschäftsführer des gleichnamigen Elektrohandels in Belecke: "Wir erleben schon seit einem Jahr eine Belebung. Aber ich kann nur für uns sprechen. Im Gesamthandel machen sich Konjunkturbelebungen nicht immer sofort bemerkbar."

Wie sich der Aufschwung auf die Gewerbesteuern auswirkt, ist schwer zu sagen. "Die Summen sind stark abhängig von wenigen Großsteuerzahlern, wodurch die Bilanz von Jahr zu Jahr große Sprünge aufweist", erklärt Florian Beutler, Kämmerer der Stadt Warstein. Allerdings registriere er durchaus bei einigen Zahlern eine positive Entwicklung.

Von Volker Schulte

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