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Open Mic

Buntes Potpourri aus Gedichten, Texten und Musik

29.11.2011 | 14:16 Uhr
Buntes Potpourri aus Gedichten, Texten und Musik
Open Mic in Warstein mit Max Spinnrath. Fotos: Daniel Schröder

Belecke.Da soll noch mal jemand sagen, in Warstein wäre nichts los. Wer am Freitagabend etwas erleben wollte, war bei der Veranstaltung „Open Mic“ der Kulturinitiative Warstein in der Theateraula Belecke genau richtig. Dort bekamen die Zuschauer ein „buntes Potpourri aus Gedichten, Texten und Musik“ geboten - so beschrieb der junge Moderator Frederick Krieger den Abend. Benedikt Heppe.

Benedikt Heppe.

Leider konnte Fabian Navarro, der diese Veranstaltung in Warstein ins Leben gerufen hat, nicht dabei sein. Doch er schickte eine Videobotschaft und trug darin einen Text über das Studentenleben vor. Anschließend bedankte er sich bei allen, die das Open Mic auch ohne ihn weiterführen. „Es ist schön zu wissen, dass es nicht sinnlos war, was ich da angestoßen habe“, freute sich der Poetry-Slammer.

Und wie es bei einem Poetry Slam üblich ist, wurde die Reihenfolge für die Auftritte vor Ort ausgelost. Den Anfang machte Marc Roemer mit einem Text über die Frage: Was wäre wenn? In seinem zweitem Text ging es darum, frei von Trauer und Gewalt neue Wege zu gehen. Er schimpfte auf die Welt, die die großen Ideen verrotten lässt und einfach wegschaut. Er rief auf, seinen eigenen Weg zu gehen, weil es sonst irgendwann zu spät ist.

Als zweites trat Nicolas Hüwel auf. Ihn beschäftigte die Qual der Wahl. Ob es nun morgens bei der Wahl zwischen Zahnpasta mit blauen oder roten Streifen ist oder bei der Ausrede für die Hausaufgaben. Dann gab Marion Schauerte ihre beiden Texte zum Besten. Darin ging es zunächst um das Problem Liebeskummer. Ihr zweiter Text handelte von Depressionen und wie Menschen mit ihnen versuchen umzugehen. Den letzten Act der ersten Hälfte bekam Emelie Haarhoff. Ganz anders als die anderen Künstler kam sie mit zwei jungen Männern und Gitarren auf die Bühne. Auch ihr Lied „Forever“ handelte von Liebeskummer.

„Der ist hässlich. Mit dem rede ich nicht“, mit dieser Denkweise beschäftigte sich Benedikt Heppe nach der Pause. Wie schnell die „nicht Coolen“ im Regen stehen. „Die Gesellschaft teil sich, wie Moses das Meer“, beschrieb Heppe die Situation der Gesellschaft.

Frederick Krieger.

Dann eine ganz andere Situation: Man ist abends im Auto unterwegs nach Hause, dabei läuft das Radio und man lässt die Gedanken kreisen. Welche Fragen stellt man sich? Ob man nun auf der Road 66 oder der heimischen B55 unterwegs ist, „eins so gut oder schlecht wie das andere. Worin liegt der verdammte Unterschied?“, war die Leitfrage von Thomas Wessel. Für seine anderen beiden Texten hatte er das Thema Rechtsradikalismus gewählt. Er warnte vor einer Politik, die die Freiheitsrechte einschränken will, und forderte, dass das Denken dieser Leute erstmal in menschliches Denken umgewandelt werden müsse. Hiernach äußert sich auch Moderator Krieger zu dem aktuellen Thema. Er habe keinen Bock mehr auf „Ausländer raus“ oder „Döner-Mörder“ als Schlagzeile. Dann gehörte Hendrik Sprave die Bühne. Er versuchte, einen Mann aus der Sicht einer Frau zu betrachten: Ein Nichtsnutz, die von Gott größte Fehlkonstruktion - so denkt er sehen die Frauen manchmal ihre Männer. Seinen dritten Text widmet er der BILD. „Statt Chesterfield lieber 50Pfennig Bild“. Mit dem Thema Integration ging es bei ihm weiter: „Nackte Frau entzückt, Muslime unterdrückt“. Er fordert mehr Integration in Deutschland.

Last but not least hatte Maximilian Spinnrath seinen Auftritt. „Erst wollte ich auch etwas Ernstes machen, aber dann dachte ich mir . . . neee“. Also ist sein erster Text der Kriegsbericht gegen das Fach Latein. Er beschrieb seinen Vernichtungsfeldzug gegen Rom: „Die letzte Klausur. Der Lehrer wünscht noch viel Erfolg. Der Feind verhöhnt. Jedes Wort wurde fleißig im Wörterbuch nachgeschlagen. Wir traten den Römern kräftig in den Schritt!“ Mit solch kreativen Vergleichen unterhielt er das Publikum und rechnet mit der „anscheinend nicht tot zu kriegenden Sprache“ ab.

Zum Dank haben alle Teilnehmer ein Buch mit leeren Seiten bekommen, die noch gefüllt werden wollen.

Svenja Kneer

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