Babywindeln an den Kragen gehen
13.02.2012 | 13:55 Uhr 2012-02-13T13:55:00+0100
Warstein. Chemie verstehen durch eigenständiges Tüfteln und eifriges Experimentieren stand im Mittelpunkt der erstmals am Warsteiner Gymnasium durchgeführten Veranstaltung „Eltern experimentieren mit ihren Kindern“. Väter, Mütter und interessierte Fünftklässler gingen dabei den Babywindeln an den Kragen und nahmen den darin enthaltenen Super-Absorber gründlich unter die Lupe.
Matz Igler (10) aus Warstein und Jan Roderfeld (11) aus Belecke besuchen erst seit dem Sommer das Gymnasium in Warstein. Allerdings können es die beiden Schüler kaum abwarten, endlich in die siebte Klasse zu kommen, um dann im eigentlichen Lehrfach die faszinierende Welt der Chemie näher kennen zu lernen. Doch schon jetzt ist für die beiden Fünftklässler das Fach Chemie „super interessant“ und „total spannend“.
Mit großer Begeisterung hängen Jan und Matz an den Reagenzgläsern und verfolgen aufmerksam, was in den kleinen Glasgefäßen passiert, wenn die Superabsorber-Kügelchen beispielsweise mit destilliertem Wasser in Kontakt kommen.
Gleichzeitig werden an den anderen Arbeitsplätzen und unter der fachmännischen Aufsicht von Chemielehrer Werner Steinrücke diverse andere Versuchsreihen mit dem saugstarken Material durchgeführt. Eltern und ihre Kinder stellen aufmerksam Beobachtungen an und diskutieren lautstark, was der Grund für die chemischen Reaktionen sein könnte. „Chemie umgibt uns alltäglich. Die Schüler sollen gemeinsam mit ihren Eltern praktisch begreifen, wie unterschiedlich der Super-Absorber reagiert“, so Werner Steinrücke und ist glücklich darüber, so viel Experimentierfreude bei Jung und Alt hervorgerufen zu haben.
Auch Jans Vater, Martin Roderfeld, ist von dem Projekt des Warsteiner Gymnasiums höchst angetan. „Ich finde es einfach klasse, dass den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, zu sehen, wie viel Chemie und Hightech in Alltagsgegenständen steckt. Ein solches Projekt sollte man öfters durchführen“.
Eric Neuhaus (11) aus Suttrop ließ sich mit seinem Vater Ralf ebenfalls den fast dreistündigen wissenschaftlichen Unterricht nicht entgehen. „Experimentieren finde ich super. Es ist toll zu sehen, was der Absorber so alles machen kann“, erklärt Eric, der mit der Teilnahme am Projekt auch bei seinem Vater nach langer Zeit wieder das Interesse für Chemie wecken konnte.
„Es ist erstaunlich, wie schnell man doch auch aus einem Erwachsenen einen kleinen Chemiker herauskitzeln kann“, betont Ralf Neuhaus, für den der Chemie-Entdeckungstag „ein voller Erfolg“ war.
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