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Kanal-Streit

Anwohner jubeln über Kanal-Urteil

10.02.2012 | 12:37 Uhr

Warstein.Der laute Knall in Warsteins Osten am Mittwochabend war ausnahmsweise mal keine Sprengung. Am Hakenberg knallten die Sektkorken. Denn Hans und Annete Schäfer bekamen das Urteil im Kanal-Streit mit der Stadt Warstein zugestellt.

Das Ergebnis: Der durch den Garten der Schäfers verlaufende Kanal ist öffentlich. Somit besteht für die Anwohner des oberen Hakenbergs keine Pflicht, sich an den im Juli 2011 von der Stadt gelegten Kanal anzuschließen.

Die Westfalenpost hatte Ende Januar über den Rechtsstreit zwischen Stadt und Anwohnern berichtet. Im Zuge von Gartenarbeiten am Hakenberg hatte ein Bagger das Rohr beschädigt, durch das etwa neun Anwohner ihr Abwasser ableiten. Die Stadt hatte erklärt, dass ihr der Kanal überhaupt nicht bekannt sei und sie somit auch nicht für entstehende Kosten aufkomme.

Hans Schäfer hatte sich daraufhin in eine rund zwei Jahre andauernde Recherche vertieft. Im Stadtarchiv wurde er fündig. Demnach verlegte ein Bauunternehmer namens Niggemann vor rund 60 Jahren den Kanal im Auftrag der Stadt.

Das Verwaltungsgericht Arnsberg stellte in seinem Urteil fest, dass der „Kanal seinerzeit von der Stadt Warstein hergestellt und seither auch betrieben wurde.“ Auszug aus dem Urteil: „Es sei angemerkt, dass in mehreren Verwaltungsverfahren, an denen die Beklagte (Anm.: die Stadt Warstein) beteiligt war, der fragliche Kanal als Teil der öffentlichen Abwasseranlage angesehen worden ist.“ Für das Gericht ein klares Indiz dafür, dass der Kanal öffentlich sein muss.

„Wir sind überglücklich. Es hat uns so viel Nerven gekostet. Am Freitag feiern wir mit allen Anwohnern eine große Party. Da gibt es dann noch mal die Urteilsverkündung“, sagt Hans Schäfer. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Dagegen kann die Stadt nun noch Protest einlegen.

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