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Festival : Ballon-Fans pilgern zur Warsteiner Montgolfiade

Warstein, 27.08.2009, Manfred Böckmann

Warstein. Europas größtes Ballon-Festival im Jahr hofft auf gutes Wetter. Denn nur dann können die 216 Teams aufrüsten und zur Freude der Zuschauer in den Warsteiner Himmel entschweben. Vom 4. bis 13. September ist es wieder so weit: Ballonfahrer aus elf Nationen starten in Warstein.

Die 19. Internationale Warsteiner Mongolfiade startet am 4. September in Warstein. Ballonfahrer aus elf Nationen werden erwartet. Die große Hoffnung: gutes Wetter. „Es ist immer wieder schwierig, etwas Neues zu finden”, berichtet Hermann Löser, Geschäftsführer der WIM Warsteiner Internationale Montgolfiade, vom alljährliche Suchen nach neuen Idee und Hinguckern. Immerhin verspricht er „zehn Tage super Wetter” — schließlich fielen in den vergangenen Jahren jeweils die Hälfte der Starts aus, weil das Wetter nicht mitspielte. Immerhin: Da Erzbischof Hans-Josef Becker kommt, um einen Ballon — passender Weise auf den Namen „Erzbistum Paderborn” — zu taufen, sollte der Draht zum Himmel eigentlich gewahrt sein.

216 Teams erwartet

Die 19. Warsteiner Montgolfiade erwartet 216 Teams — ein kleines Plus von zwei, während Konkurrenzveranstaltungen in Zeiten der Wirtschaftskrise bis zu 40 Prozent weniger Starts verkraften müssen.

Organisieren die Montgolfiade: Hermann Löser, Christiane Willeke und Uwe Wendt. Foto: WP

Piloten aus elf Nationen werden dabei sein. Das sind 1200 Piloten und Crew-Mitglieder, die eine „leichte Invasion” für Warstein bedeuten. Schließlich werden 120 Team privat in der Region untergebracht. Zu sehen sein werden 186 Heißlüfter, drei Luftschiffe und 17 „Special Shapes”, also Ballon-Sonderformen.

Vermutlich zum letzten Mal wird wohl der „Orient-Express” dabei sein — er wird wohl den nächsten TÜV nicht mehr überstehen; allerdings ist angedacht, einen neuen „Orient-Express” bauen zu lassen, der dann 2010 zu bewundern wäre. Neu dabei sein wird ein „Kater-Kopf” sowie ein fliegender „Feuerwehr-Truck”. Passend zum Filmstart von Disney's „Up” wird eine Sonderform auf das Startgelände am Hillenberg kommen, an deren Hülle sich 540 kleine Ballons befinden. Korb und Brenner sind in einem „Haus” versteckt und sind von außen nicht zu sehen. Das hat zur Folge, dass ein zweiter Ballon-Pilot dem Fahrer des ersten sagt, wohin die Reise geht. Nicht fehlen wird auch der gerade bei Kindern beliebte „Tyrannosaurus Rex”.

Die Montgolfiade startet am Freitag, 4. September, um 18 Uhr auf den Festplatz. Bis zum Sonntag, 13. September, sind Fahrten ab 6 und 17.30 Uhr geplant — wenn denn Wind und Wetter mitspielen: Die Thermik muss gering sein.

Mitfahrer gesucht

Selbstverständlich können Interessierte wieder mitfahren, zudem gibt es Hubschrauber-Rundflüge (die aber auf der anderen Straßenseite des Montgolfiadegelände starten, wozu Shuttle-Verbindungen eingerichtet werden). Die Heißluft-Luftschiffe sowie die Skyglider hoffen ebenfalls auf viele Starts.

Weitere Ballon-Höhepunkte für die Zuschauer sind die Nightglows („Nachtglühen”), die in diesem Jahr jeweils am Freitag und Samstag sowie am Mittwoch stattfinden, erstmals jeweils um 22 Uhr und jeweils unter ein Thema gestellt. Ein weiteres Nightglow gibt es am Donnerstag Abend mit Modell-Ballonen, verbunden mit einem Feuerwerk. Die großen Feuerwerke finden an den beiden Samstagen statt.

Sandmännchen und blauer Elefant

Fünf Ballons werden in der Montgolfiade-Woche in Warstein getauft. Am Mittwoch ist Erzbischof Becker, aus Belecke stammend, vor Ort, um einem Heißlüfter den Namen „Erzbistum Paderborn” zu geben. Zudem erlebt ein „Sandmännchen”-Ballon seine Premiere — passend zum 50-jährigen Jubiläum und dem neuen Kino-Film. Auch der blaue Elefant (aus der „Sendung mit der Maus”) hat aus diesem Anlass sein Kommen zugesagt. Geplant ist, an diesem Abend einen Ballonstart in Form einer „Perlenkette” zu organisieren, angeführt vom Ballon mit Brauereichef Albert Cramer und Erzbischof Becker und einer nachfolgenden „Prozession”.

Viele Heißlüfter warten auf den Start in Warstein. Fotos: Manfred Böckmann Foto: WP

Bereits am Morgen kommt der Flughafen Paderborn-Lippstadt zu seinem Recht: Dann ist ein morgendlicher Außenstart in Ahden geplant. „Das ist auch ein Highlight für die Ballonfahrer”, weiß WIM-Geschäftsführer Löser.

Am Boden ist allerdings noch viel mehr los. Zum einen kommt die Bundeswehr mit einer Ausstellung und einem Hubschrauber-Simulator, zudem findet am 2. Wochenende ein Drachen-Festival statt — sie brauchen im Gegensatz zu den Ballonen möglichst viel Wind. Auch der Deutsche Meister hat sein Kommen angekündigt.

Mehr als nur Ballon-Starts

Und selbstverständlich gibt es das gewohnte Entertainment vor und nach den Starts, so WIM-Geschäftsführer Uwe Wendt, etwa die Kleinkirmes und die After-Ballooning-Party im Festzelt, wo es an sechs Abenden Live-Musik gibt. An der „Warsteiner Welt” steht ein Riesenrad. Eine der Attraktionen dort ist ein dreistündiges Fünf-Gang-Menü. Ski-Klub und WATT richten den 2. WIM-Lörmecke-Turm-Lauf aus. Neu: Es gibt auch Konkurrenzen im Mountain-Bike und Nordic Walking. „Das wollen wir in den nächsten Jahren noch weiter ausweiten”, betont Wendt. Auch die Fahrrad-Stadtmeisterschaft findet wieder im Rahmen der WIM statt

Selbst wenn also einmal das Wetter tatsächlich nicht richtig mitspielen sollte: Langeweile kommt auf dem WIM-Gelände deshalb noch lange nicht auf.

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