2 Mio. Euro für Sanierung im Höhlen-Treff schreckt INI ab
17.11.2011 | 17:10 Uhr 2011-11-17T17:10:00+0100
Warstein.Das Gutachten, das die INI für den Höhlen-Treff im Bilsteintal in Auftrag geben hat, dokumentiert den enormen Aufwand einer Sanierung: Knapp 2 Mio. Euro müssten in die Hand genommen werden, um dort einen Gastronomie- und Hotelbetrieb einzurichten — ein Investitionsvolumen, vor dem Brauerei und INI zurückschrecken.
Von Mitte 2005 bis Ende 2006 betrieb die INI, ein gemeinnütziger Verein, dort ein Restaurant mit Arbeitsplätzen für benachteiligte (behinderte) Menschen. Doch das Projekt musste aufgegeben werden: „Die langfristige Planungssicherheit konnte nicht gegeben werden“, erklärt Heinz Nitsch, Betriebsleiter des INI-Gutshofs in Warstein. Der Kontakt zur Brauerei, seit 1998 Eigentümer der ehemals städtischen Immobilie, riss jedoch nie ab.
Die Überlegung reifte, das komplette Gebäude zu übernehmen und das Hotel wieder zu bewirtschaften. Der Gutachter bewertete diesen Plan aus Sicht eines Integrations-Unternehmens und kam zu dem Ergebnis: Der Standort ist realistisch und es ist machbar - allerdings mit hohen Investitionen. Die Ursache für die enormen Kosten liegt in der maroden Haustechnik und Heizung sowie fehlender Insolierung. Zudem wurden die oberen beiden Etagen, vormals Hotelzimmer, zurückgebaut. „Oben ist weniger als der Rohbau vorhanden“, erklärt Nitsch den Ist-Zustand. Derzeit wird das Haus geringfügig beheizt, um weitere Gebäudeschäden - nach dem Wasserschaden zum Jahresbeginn - zu verhindern.
Arbeitsplätze vorrangig
Die INI würde gern groß einsteigen: „Restaurant, Saalbetrieb und Hotel in einem Paket macht für uns Sinn“, so Nitsch. Vorrangig geht es dabei um Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen; es müssen keine große Gewinne erwirtschaftet werden. „Der Behindertenarbeitsplatz muss sich rechnen.“ Das Know-how hält die INI vor: Der Gutshof betreibt an der Lindenstraße einen Naturland-Betrieb, es werden Getreide, Kartoffeln verschiedene Bio-Gemüsesorten angebaut und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen gezüchtet. Die Gutshof-Küche kocht täglich 300 Essen für die offenen Ganztagsschulen und liefert Bio-Kartoffeln aus eigenem Anbau und geschält an die Westf. Kliniken. Zudem übernachten rund tausende Schüler pro Jahr im Gutshof-eigenen Jugend-Gästehaus und werden dort voll verpflegt. „Für ein Hotel im Höhlentreff würden wir natürlich externes Fachpersonal einkaufen“, ist sich Heinz Nitsch der neuen Dimension bewusst. „Aber die Brauerei traut uns das zu“. Deshalb habe die INI auch noch keinen Schlussstrich gezogen.
Stephan Buschhoff, Leiter Immobilien der Warsteiner Brauerei, selbst geschockt von der Rechnung des Gutachters, sieht noch keine Perspektive für den „Höhlen-Treff“: „Wir denken über Alternativen nach. Im Moment gibt es noch keine.“ Er ist dabei in alle Richtungen offen. Selbst Mitglied im Bilsteintal e.V., hofft er natürlich, dass ein Pächter für den Gastronomiebetrieb gefunden wird. „Wir helfen uns da gegenseitig und arbeiten daran“, denn auch den für den Wildpark und die Höhle ehrenamtliche Engagierten liegt ein Restaurant am Herzen.
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