150 Milliliter halten Infineon-Werk in Atem
11.01.2011 | 16:40 Uhr 2011-01-11T16:40:00+0100
Belecke.Ein undichtes Fass mit Salpetersäure hat Dienstagmorgen auf dem Betriebsgelände von Infineon in Belecke für einen mehrstündigen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei gesorgt.
150 Milliliter, weniger als ein gefülltes Pilsglas, haben dafür gesorgt, dass Infineon in den Morgenstunden des Dienstag den Atem angehalten hat und 80 Einsatzkräfte fast fünf Stunden lang vor Ort waren.
Beim Anliefern von Fässern mit hochtoxischer, fast 100prozentiger Salpetersäure, die für Fertigungsprozesse gebraucht wird, wurde eine undichte Stelle am Einfüllstutzen eines Fasses entdeckt. „Etwa 150 Milliliter waren bereits ausgelaufen“, erklärte Infineon-Pressesprecher Jörg Malzon-Jessen. Sofort wurde Alarm ausgelöst.
Da es sich bei Salpetersäure um einen extrem giftigen und ätzenden Gefahrstoff handelt, der in Kontakt mit Sauerstoff zudem beißenden Rauch entwickelt, rückten neben der Warsteiner Wehr unter Leitung von Stadtbrandinspektor Michael Döben auch Löschzüge aus Belecke, Anröchte, Erwitte und Werl aus. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke war ebenso vor Ort wie Rettungsdienste, Polizei und Thomas Bernhofer, der Fachberater Chemie der Kreisfeuerwehr.
Malzon-Jessen: „Vorsorglich haben wir sämtliche Gebäude im Umkreis von 100 Metern evakuieren lassen und den gesamten Arbeitsbereich weiträumig abgesperrt.“
Die bereits ausgelaufene Säure wurde unmittelbar mit Wasser verdünnt, aufgefangen und wird nun von einer Fachfirma entsorgt. Ungleich mehr Probleme bereitete zunächst das undichte Fass. Es dauerte geraume Zeit, bis die Einsatzkräfte einen sicheren Weg gefunden hatten, die Säure in ein baugleiches Fass umzufüllen.
Mit Spezialanzügen geschützt und unter schwerem Atemschutz näherten sich die Wehrleute dem Behälter und brachten zunächst das intakte Fass in Sicherheit. Anschließend wurde die Flüssigkeit in einen anderen Behälter gepumpt. Das undichte Fass wurde gespült und anschließend sicher verpackt. Erst danach konnte - nach fast fünf Stunden Einsatz - Entwarnung gegeben werden.
„Dank des umsichtigen Handelns aller Einsatzkräfte sind keine Schadstoffe ausgetreten“, lobte Kreisbrandmeister Wienecke die Kameraden.
Und auch Jörg Malzon-Jessen zeigte sich erleichtert: „Die Einsatzkräfte, bei denen ich mich im Namen von Infineon ganz herzlich bedanken möchte, hatten die Lage jederzeit im Griff. Zu keinem Zeitpunkt hat eine ernste Gefahr für Mensch oder Umwelt bestanden.“ Ein Lob hatte der Pressesprecher auch für die Infineon-Mitarbeiter parat: „Auch sie haben sich absolut vorbildlich verhalten.“
13:06
Na gut, es waren ja nur 150ml ausgelaufen.
Aber so ein Fass ist ja nur leicht größer als ein Pilsglas und war demnach noch randvoll. Daher wären es wohl insgesamt mehr als 150ml geworden, hätte man nur lange genug gewartet.
Die Säure musste umgepumpt werden und dann sind mehr als nur 5 Einsatzkräfte notwendig .....
Die Verhältnismäßigkeit ist auf jeden Fall gegeben.
Außerdem (@ F.G.), ich will nicht in der Haut des Einsatzleiters stecken, wenn doch was passiert wäre und hinterher (!!!!) jemand festgestellt hätte, dass die Einsatzkräfte nicht ausgereicht hätten.
12:29
Hätten nicht 5 Freuerwehrkräfte auch gereicht?
80 Einsatzkräfte die sich 5 Stunden lang mit 150 ml Salpetersäure beschäftigen -
Naja, ob hier aber noch die Verhältnismäßigkeit gegeben ist?
02:07
150 Milliliter, weniger als ein gefülltes Pilsglas, haben dafür gesorgt, dass Infineon(...)
Wenn das ja so unglaublich ist, so wenig, so unbedeutend, dann sollte der Autor dem mal näher kommen - einmal damit Hände waschen, und nie wieder notwendig ;-)
19:49
Bei den Fässern gibt es nur einen Einfüllstutzen und der ist oben. Da wird wohl ein unter Druck stehender und ungeübter Staplerfahrer mit dem Gabelzinken das Fass beschädigt haben.
19:17
Zwischen in Atem halten und Atem anhalten gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschid. Hoffen wir mal, daß wenigstens die Rettungskräfte vor Ort Bescheid wussten.