Windrad läuft auch für Bürger

Kein Platz für Illusionen: Ein El Dorado für Windenergie-Fans werde Marl nie. Klaus Schulze Langenhorst, Unternehmer, sprach im Marler Planungsausschuss Klartext was nicht bedeutet, dass in der Nachbarstadt gar nichts möglich ist. Sonst wollte der Ex-Landwirt sicher nicht Millionen in ein Sinsener Windrad investieren.

Oer-erkenschwick.. Die Oer-Erkenschwicker Familie Uhlenbrock, die ein paar Meter vor der Stadtgrenze auf ihrem Bauernhof Windräder betreibt, trägt sich mit der Absicht, ein Grundstück auf Marler Gebiet zu verpachten. Schulze Langenhorst gab sich im Ausschuss als möglicher Investor und Vertreter der Unternehmensgruppe SL Naturenergie zu erkennen.
Seine Pläne sind hochfliegend - mehr als 180 Meter hoch, um genau zu sein. An einem der wenigen für Windenergie günstigen Punkte Marls will er ein hochmodernes Aggregat mit 135 Meter Nabenhöhe und einem Rotor-Durchmesser von 101 Metern bauen. Gut fünf Millionen Euro dürfte das Ding kosten - eine Besonderheit: Nicht nur das Unternehmen selbst und sein Kreditinstitut sollen das bezahlen, sondern auch interessierte Bürger. Der Gladbecker denkt an ein Darlehen mit Gewinn-Beteiligung: Wer in das Projekt einsteige, könne realistisch mit einer Rendite von mindestens fünf Prozent rechnen.
Erstaunt aufhorchen ließ der Wind-Unternehmer die Politiker, nachdem Paul Wagner (Wählergemeinschaft Die Grünen) ihn nach dem Sinn oder Unsinn eines Gutachtens für Windrad-Standorte gefragt hatte. Hintergrund: Ein derartiges Gutachten hat die Ratsmehrheit in Marl erst im Mai abgelehnt. Notwendig ist es tatsächlich nicht, meint der Mann vom Fach. Schulze Langenhorst, der im Ausschuss Interesse erkennen ließ, auch anderswo im Stadtgebiet tätig zu werden: "Das zu erstellen, ist eine Aufgabe von zwei Stunden. Wir wissen, wo in Marl was möglich ist. Ich kann Ihnen das gern zur Verfügung stellen."