Weitere Stolpersteine kommen

In Recklinghausen gibt es bisher lediglich zwei Stolpersteine, die am Polizeipräsidium an zwei politisch Verfolgte erinnern, die dort von der Gestapo umgebracht wurden. Noch 2014 soll der bekannte Künstler Gunter Demnig weitere Steine verlegen - im Gedenken an eine jüdische Familie.

Recklinghausen.. "Der eigens eigerichtete Koordinierungskreis hat sich darauf verständigt, mit den ersten Stolpersteinen an die alteingesessene Familie Markus zu erinnern", meldete der Kulturausschussvorsitzende Holger Freitag. Ein genauer Termin für die Verlegung der Steine muss noch mit dem Künstler koordiniert werden.
Die jüdische Familie Markus betrieb ein Obst - und Gemüsegeschäft in der Innenstadt. Zunächst an der Martinistraße 18, später an der Steinstraße 12. Auch auf dem Wochenmarkt war die Familie mit einem Stand vertreten. Bereits seit dem ersten Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 war die Familie zunehmenden Repressalien ausgesetzt, die 1938 ihren Höhepunkt fanden. Kurz darauf kam es zu einem gewaltsamen Ende des Geschäftes als Folge der Pogromnacht.
Die Eheleute Robert und Selma Markus mussten 1941 mit ihren Kindern Ilse (*1927) und Ruth (*1928) ihr Haus an der Steinstraße verlassen. Am 27. Januar 1942 wurde die Familie im Zug von Dortmund nach Riga deportiert. Sie überlebte das KZ Kaiserwald in Riga nicht.