Weihnachtsbriefe aus Waltrop erreichten ihre Adressaten nie

In diesen Briefkasten im Egelmeer in Waltrop hat Karin Baumbach die Weihnachtspost eingeworfen, die nie bei ihren Empfängern ankam.
In diesen Briefkasten im Egelmeer in Waltrop hat Karin Baumbach die Weihnachtspost eingeworfen, die nie bei ihren Empfängern ankam.
Foto: Tamina Urbaniak
Sie sollten Freunde und Verwandte erfreuen und Grüße zum Fest übermitteln, die Weihnachtsbriefe, die Karin und Wolfgang Baumbach Anfang Dezember in den Postkasten warfen. Stattdessen bekamen sie jetzt selbst Post. Von der Polizei. Denn offenbar sind die Weihnachtsgrüße unterschlagen worden. Und jetzt wird ermittelt.

Waltrop.. Karin und Wolfgang Baumbach hatten Anfang Dezember Weihnachtsbriefe in Waltrop in den Briefkasten geworfen. Überraschenderweise bekamen sie selbst Post - und zwar von der Polizei.

Hintergrund: Bei der Deutschen Post hatten sich Kunden gemeldet, weil ihre Briefe nicht beim Empfänger angekommen waren. Daraufhin wurde die Konzernsicherheit der Deutschen Post aktiv und überprüfte die entsprechende Mitarbeiterin. Dabei fiel auf, dass eine "umfangreiche Anzahl von Briefen und Warensendungen widerrechtlich geöffnet wurden", so schreibt es die Polizei an die Baumbachs.

Konzernsicherheit stellt Strafanzeige

Die Konzernsicherheit der Post hat Strafanzeige wegen Unterschlagung gegen die Mitarbeiterin gestellt. Sie ist für ein Subunternehmen tätig, das für die Post Briefkästen leert - in Waltrop, Datteln und Castrop-Rauxel. Etwa 30 Betroffene habe man bislang über den Vorfall informiert, erklärt Polizeisprecherin Ramona Hörst. Doch es könnten noch mehr werden; Man recherchiere noch.

Selbst gebastelte Karten

Karin Baumbach ist empört. Und traurig. Auch deswegen, weil es selbst gebastelte Weihnachtskarten waren: Auf der Kartenpappe klebten Tannenbäume aus Stoff. So könnte der Eindruck entstanden sein, dass nicht nur die Karte in dem Umschlag steckte, sondern auch Geld.

Einsatz von Subunternehmern

Die Baumbachs ärgern sich auch darüber, dass die Deutsche Post Subunternehmer einsetzt - "ohne unser Wissen". Das jedoch sei gang und gäbe, bestätigt Dieter Pietruck, Sprecher der Deutschen Post. Jedoch müssten alle Mitarbeiter, die Postkästen leerten, Führungszeugnisse vorlegen. Das sei natürlich keine Garantie, bedauert Pietruck. Die betreffende Mitarbeiterin werde jedenfalls nicht mehr für die Post arbeiten.