Volk rockt ab auf Ewald

"Volk auf Ewald" ist ein handgemachtes Festival, das Punky Bahr, Frauke Sahlender und Stefan Beltz organisiert haben. Keine Rockstarallüren, kein Sicherheitspersonal, keine Rüpel. Stattdessen gehts ums Wesentliche: Musik. Und zwar in Privatkonzert-Atmosphäre. Die Premiere am Samstag kommt gut an.

Herten-süd.. Der Rocker macht das Festival: Robert Willner (20), Sebastian Backhaus (23), Sören Statnik (18) und Nico Müller (23) tragen Bandshirts, trinken Bier und hocken vor der Bühne auf dem Boden. Tanzen? Fehlanzeige: "Wer tanzt, hat kein Geld für Bier", sagt Nico Müller. Zahlreiche Festivalbändchen um sein Handgelenk zeigen, dass die Musik nicht nur in Herten spielt.

"Volk auf Ewald" haben die harten Jungs aber schon ins Herz geschlossen: "Vielseitige Musik, neue Bands, durchmischte Besucher - echt schön hier", sagt Robert Willner. Und ergänzt: "So was hatte Herten echt nötig".

Vier Künstler präsentieren Rap, Rock, Blues, Punk, Soul und Country auf der Selfmade-Bühne, die Christian "Punky" Bahr und seine Kollegen zwei Tage zuvor eigenhändig zusammengeschustert haben. Nur eine der Startschwierigkeiten, die das Festival zu bezwingen hatte. Statt bis 22 Uhr zu rocken, müssen die Veranstalter am Abend kurzerhand auf ruhigere Musik umsatteln. Der nahe der Bühne gelegene Revue-Palast fühlt sich in seiner Aufführung gestört, ab halb neun heißt es deshalb: Stöpsel ziehen, unplugged spielen.

Der wahre Organisator und Künstler kann eben improvisieren. "Ich bin stolz, dass das Festival trotz aller Schwierigkeiten noch stattfinden konnte", sagt Punky Bahr bei der Eröffnung am Samstagnachmittag.