Traditionelles Beiern und Fahnenschlagen

Einmal im Jahr tritt die St.-Sebastianus-Gilde öffentlich in Erscheinung. Jeweils im Januar macht die Bruderschaft traditionell auf sich aufmerksam das dann aber gleich an zwei Tagen. Am Mittwoch, 21. Januar, begeht sie diesmal ihren Gildentag. Am Vortag wird im Glockenturm von St. Antonius gebeiert.

Herten.. Als Zeichen der Nächstenliebe pflegte die St.-Sebastianus-Gilde im Mittelalter Pestkranke und bestattete die Opfer. Heute ist sie eine 143-köpfige katholische Gebetsbruderschaft, die ihre karitative Tradition durch Spenden an Hertener Einrichtungen fortführt. In der Vergangenheit waren das zum Beispiel das St.-Antonius-Haus (Kinderheim) und die Hermann-Schäfers-Stiftung. Den Gildentag leiten in diesem Jahr die Gildenmeister Hubertus Brechtmann und Josef Erlen.

Aber der Reihe nach: Am Dienstag, 20. Januar, werden einige Gildenbrüder zum sogenannten "Beiern" in den Turm der St.-Antonius-Kirche steigen. Der Brauch stimmt auf das Gildenfest am Folgetag ein. Beim Beiern, das um 15 Uhr beginnt, werden die Glocken in einem besonderen Rhythmus von Hand mit Klöppeln angeschlagen.

Am Mittwoch, 21. Januar, um 15 Uhr versammeln sich die Gildenbrüder dann mit ihrem Präses, Dechant Norbert Mertens, zur Messe ("Gildenamt") in der St.-Antonius-Kirche. Es folgen eine Prozession und das Fahnenschlagen auf dem Kirchplatz. Bei dieser Veranstaltung, die stets viele Zuschauer anlockt, schwingen zwei Gildenbrüder auf besonders kunstvolle Weise die knapp sieben Kilo schweren Gildenfahnen.
Bei der anschließenden Generalversammlung im Glashaus gibt es nicht nur das Gildenmahl (Bratwurst mit Sauerkraut und Bohnen) sowie "Würzburger" vom Fass, sondern auch Berichte und Neuaufnahmen. Dieses Jahr sollen Andreas Schlüter und Thorsten Warda neue Gildenbrüder werden.

Im Anschluss an die Regularien begrüßen Präfekt Wolf-Eckardt Irmer und die übrigen Herren Barbara Lau. Die Vorsitzende des Trägervereins des Feuler Hofes spricht über die Einrichtung, die sich auf reittherapeutische Angebote für behinderte Menschen spezialisiert hat. Ein Teil der Spenden, die beim diesjährigen Gildentag zusammenkommen, ist für den Hof Feuler bestimmt.
St.-Sebastianus-Gilde: Beiern am Dienstag, 20. Januar, 15 Uhr, St.-Antonius-Kirche
- Gildenamt am Mittwoch, 21. Januar, 15 Uhr, St.-Antonius-Kirche, anschl. Fahnenschlagen