Teures Ausparkmanöver

Wer mit seinem Auto einen Schaden verursacht, auch wenn er noch so klein ist, sollte nicht einfach so tun, als sei nichts geschehen.

Marl.. Er sollte sich auf jeden Fall als Verursacher zu erkennen geben und am besten gleich die Polizei verständigen. Die kam auch am 31. März 2012 - jedoch nicht weil der Verursacher angerufen hatte, sondern ein unbeteiligter Passant.

Er hatte gesehen, wie ein 56-jähriger Beamter mit seinem Auto beim Ausrangieren von einem Hof in einer Brasserter Wohnsiedlung gegen den Zaun des Nachbarn fuhr.

Der Schaden hielt sich in Grenzen, war aber deutlich sichtbar. Den Nachbarn verständigte der Verursacher erst von dem Malheur, nachdem die Polizei eingetroffen war. "Da haben Sie zu spät angeklingelt", erklärt Strafrichter Michael Brechler dem Angeklagten, der sich jetzt wegen Unfallflucht vor Gericht verantworten musste.

Hatte der Beamte gegenüber der Polizei zunächst angegeben, er habe nichts bemerkt, gab er auf der Anklagebank sofort zu, was tatsächlich geschehen war: "Ich wollte vom Hof fahren und habe dabei den Pfosten des Zaunes erwischt."

Die Einsicht zahlte sich aus: Richter Michael Brechler stellte das Verfahren gegen Auflage einer Geldbuße in Höhe von 600 Euro ein. Die muss der 56-Jährige nun an die Straffälligenhilfe Basis E.V. zahlen. Vorteil für den Angeklagten: Es gibt kein für ihn negatives Urteil und auch keine Punkte in der Flensburger Sünderkartei.