Testpilotinnen im Pflegeeinsatz

Manch jungen Kerl, der mit dem Gas gespielt hat hat Testpilotin Angelika Fürcho an der Ampel stehen lassen. Ihr Stadtflitzer hat ordentlich was unter der Haube. Vielerorts haben sie und ihre Kollegin Angelika Föhr mit dem Elektromobil Aufsehen erregt. Nach zweieinhalb Jahren Feldversuch hat die Caritas das Auto nun an E.ON zurückgegeben.

Datteln.. Für den Düsseldorfer Energieriesen war es ein Test, ob der Kleinwagen im alltäglichen Gebrauch seinen Mann stehen kann, wo nachgebessert werden muss. Angelika Fürcho (morgens) und Angelika Löhr (abends) waren demzufolge seit Juni 2012 nicht nur Pflegerinnen, sondern auch Testpilotinnen.

An manche Dinge habe man sich erst gewöhnen müssen. Etwa, dass der Wagen keine Motorgeräusche macht. "Das war bei der Fahrt manchmal problematisch, weil wir ja auch nicht gehört wurden. In manchen Nebenstraßen mussten wir langsam an Fußgänger oder Radfahrer heranfahren", erklärt Angelika Fürcho.

Dafür sei es ein schönes Fahrgefühl, "als ob man schwebt", beschreibt es Angelika Löhr. Beide haben sich in dem Japaner stets sicher gefühlt. "Bei Schnee und Glatteis bin ich nie ins Schleudern geraten", schwärmt Angelika Löhr.

Wo auch immer die beiden Pflegekräfte anrollten, wurden sie auf ihr Gefährt angesprochen. Die Leute wollten alles ganz genau wissen.

Die Zeiten sind vorbei, denn trotz einer halbjährigen Verlängerung hat E.ON den Wagen abgeholt. Die Erfahrungen der Caritas-Mitarbeiter werden nun ausgewertet. "Ziel war es, herauszufinden, ob die Fahrzeuge im Flottenbetrieb dem ständigen Stopp-und-Go-Verkehr standhalten. Das hat funktioniert", gibt sich Unternehmenssprecherin Franziska Krasnici zufrieden. Jetzt werden Programme (Apps) für Smartphones entwickeln, die etwa den Ladezustand des Auto-Akkus auf dem Telefon anzeigen.

Ob die E-Zapfsäule am Caritas-Hauptsitz abgebaut wird, ist nicht sicher, denn die Caritas würde gerne E-Mobile anschaffen. Im Verbrauch haben diese mit rund drei Euro im Vergleich zu sieben bis acht Euro pro 100 Kilometer einen Kostenvorteil. "Die Technik ist ausgereift, doch das Verhältnis zwischen Betriebs- und Anschaffungskosten stimmt noch nicht", sagt Caritas-Vorstand Wolfgang Cornelius. Der Mitsubishi, den die Caritas getestet hat, ist als Neuwagen zurzeit ab 23 000 Euro zu haben.