Stolpersteine erinnern an Familie Markus

Nach jahrelangen Diskussionen werden nun endlich die ersten Stolpersteine durch Gunter Demnig in der Stadt verlegt werden, die an eine jüdische Familie erinnern, die durch die Nazis umgebracht wurde.

Recklinghausen.. Am 2. März wird der Kölner Künstler gleich vier messingsfarbene Steine in das Straßenpflaster vor dem Haus Steinstraße 12 einarbeiten, auf denen die Namen der Mitglieder der Familie Markus stehen werden. Die jüdische Familie betrieb ein Obst - und Gemüsegeschäft in der Innenstadt. Zunächst an der Martinistraße 18, später an der Steinstraße. Auch auf dem Wochenmarkt von Recklinghausen war die Familie mit einem Obst- und Gemüsestand vertreten.
Bereits seit dem ersten Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 war die Familie zunehmenden Repressalien ausgesetzt, die 1938 ihren Höhepunkt fanden. "Unser Markt ist judenfrei", triumphierte damals die längst gleichgeschaltete Presse (RZ vom 28. Oktober 1938). Kurz darauf kam es im Zuge der Pogromnacht zu einem gewaltsamen Ende des Geschäftes an der Steinstraße 12.
Die Eheleute Robert und Selma Markus mussten 1941 mit ihren Kindern Ilse (*1927) und Ruth (*1928) ihr Haus an der Steinstraße verlassen. Am 27.01.1942 wurde die Familie im Zug von Dortmund nach Riga deportiert. Sie überlebten das KZ Kaiserwald in Riga nicht.