Steinrapener Bach wird renaturiert

Ab dem Spätsommer wird der Steinrapener Bach im Stadtgebiet renaturiert. Bis 2018 soll dann auch der Westerbach kein Abwasserkanal mehr sein. Für den Bürger bringt das höhere Abwassergebühren mit sich.

Oer-erkenschwick.. Die beiden Flussläufe sind seit Jahrzehnten die Oer-Erkenschwicker "Köttelbäche". Kurz hinter der Stadtgrenze zu Datteln vereinigen sie sich zum Mühlenbach und transportieren das Abwasser der Stimbergstadt in betonierten Bach-Betten zur Kläranlage in der Kanalstadt. Bereits 1987 hat der Lippeverband ein umfangreiches Renaturierungskonzept planerisch in Angriff genommen. Ziel ist es, das eigentliche Abwasser in unterirdischen Kanälen zur Kläranlage zu leiten und in den später entbetonierten Bächen nur noch Regenwasser abfließen zu lassen. "Welch ein Gewinn für Landschaft und Umwelt das ist, kann man in vielen Bereich der Emscher sehen. Dort ist diese Maßnahme schon so gut wie abgeschlossen", erläutert der Technische Beigeordnete im Rathaus, Bernd Immohr.

Aber das alles hat auch seinen Preis. Wurden bei den ersten Planungen vor 28 Jahren die Baukosten auf knapp 77 Mio. Euro geschätzt, werden es jetzt wohl etwa 110 Millionen werden. Bislang wurden 54,5 Mio. Euro ausgegeben. Und zwar bis zur Stadtgrenzen Datteln/Oer-Erkenschwick. Die Kläranlage ist zukunftsfit und weite Teile des Mühlenbachs auch. Bis 2018 werden nun ein 1,5 Kilometer langes Stück des Steinrapener Bachs und rund 2,3 Kilometer Westerbach in Angriff genommen. "An den Kosten ist die Stadt über Investitionszahlungen beteiligt", erläutert Michael Steinbach, der Sprecher des Lippeverbandes. Für die anstehenden Investitionen zahlt die Stadt in diesem Jahr laut Lippeverband 373 000 Euro. Bis 2018 steigt dieser Jahresbetrag schrittweise auf gut eine Million.

Und das hat Auswirkungen auf die Abwassergebühren, die die Oer-Erkenschwicker Bürger zahlen müssen. Denn die werden zu einem großen Teil auf Basis der Gelder berechnet, die die Stadt an den Lippeverband für die Abwasserbeseitigung bezahlen muss. "Allerdings machen die Investitionsbeteiligungen der Stadt Oer-Erkenschwick in diesem Jahr nur 15 Prozent der Gesamtsumme aus, die sie für die Abwasserbeseitigung zahlen muss. Horrende Steigerungen wird es also nicht geben", beruhigt Lippeverbandssprecher Steinbach. Und er stellt mittelfristig sogar sinkende Gebühren in Aussicht. "Wenn die Renaturierung abgeschlossen ist, wird sich nicht nur die Investitionsbeteiligung der Stadt Oer-Erkenschwick wieder deutlich verringern. Dann sinken auch die Abwasserbeseitigungskosten insgesamt. Denn dann kommt nur noch das reine Abwasser in der Dattelner Kläranlage an. Das Regenwasser in den Bächen wir dann direkt zur Lippe geführt", sagt Michael Steinbach.