Schwankender Druck macht Rohren zu schaffen

An gleich drei Stellen ist am vergangenen Mittwoch ein Wasserrohr geborsten, das Haushalte an der Ketteler- und Kastanienstraße mit Trinkwasser versorgt. Schuld waren Druckschwankungen. Denen hielten die alten Grauguss-Leitungen nicht stand, korrosionsgeschwächt wie sie sind. Aber: Das war nur die Spitze des Eisbergs...

Waltrop.. Nach den Sommerferien stehen in der Kettelersiedlung Rohrsanierungen im großen Stil an. Man habe sich aufgrund der aktuellen Schäden dazu entschieden, die mittelfristig ohnehin geplanten Sanierungsarbeiten in diesem Bereich vorzuziehen, teilt der Wasserversorger am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Schieber verweigern den Dienst

Dabei waren es nicht nur die Brüche in den Wasserleitungen, die Gelsenwasser Sorgen bereiten. Gleichzeitig verweigerten im Bereich der Kettelersiedlung auch noch zwei Absperrschieber ihren Dienst, dazu ein Hydrant. All das sei auf die Druckschwankungen zurückzuführen, nachdem die betroffenen Rohrleitungen zuvor mehrfach außer und dann wieder in Betrieb genommen wurden. Grundsätzlich sei das Rohrleitungsnetz in Waltrop aber in einem guten Zustand. Die Lebensdauer dieser Netze ist Gelsenwasser zufolge auf 100 Jahre ausgelegt, das Durchschnittsalter in Waltrop betrage 30 Jahre.

Defektes Rohr auch am THG

Und dennoch: Auch der Wasserrohrbruch an der Konrad-Adenauer-Straße am 24. Mai war auf Korrosion zurückzuführen. Die Folgen waren unter anderem für das benachbarte Theodor-Heuss-Gymnasium drastisch, wenn auch nur indirekt durch das defekte Wasserrohr verursacht. Denn beim Flicken hat die ausführende Firma ärgerlicherweise gleichzeitig die Telekommunikationsleitungen der Penne gekappt (wir berichteten). Eine Woche stand das THG ohne Telefon und Internet da.
Inzwischen ist aber auch dieser Schaden behoben. Seit Montagabend funktionieren am Gymnasium die Kommunikationssysteme wieder. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Haushalte in Waltrop aktuell noch mit Wasser aus dem Werk in Witten versorgt. Nur einige Bereiche im Norden der Stadt (Höhe Münsterstraße) sind sogenannte Mischwasser-Zonen und werden zeitweise über Datteln mit Trinkwasser aus Haltern beliefert (maximal 10 m/Stunde). Gelsenwasser plant jedoch, Waltrop bald ausschließlich über das Halterner Wasserwerk zu versorgen. Voraussichtlich im Herbst erfolgt die Umstellung.