Schulen freuen sich über Auswärtige, die FDP nicht

Der Anteil der auswärtigen Schüler, die in Waltrop eine weiterführende Schule besuchen werden, steigt weiter. Das geht aus den aktuellen Anmeldezahlen hervor, die Dezernent Gottfried Oelenberg gestern bekannt gab. Die FDP will bei diesem Thema nicht locker lassen: Für sie ist das ein Kostenfaktor, den sich die Stadt so nicht leisten kann.

Waltrop.. An der Gesamtschule, aber besonders auch am THG ist vor allem die Zahl der Schüler, die aus Dortmund kommen, deutlich gestiegen. 47 Jungen und Mädchen aus der großen Nachbarstadt sollen ab dem kommenden Schuljahr neu die Waltroper Gesamtschule besuchen, im vergangenen Schuljahr waren es 30. Auch das Gymnasium verzeichnet neuerdings viel Zuspruch aus Dortmund: 21 Schülerinnen und Schüler von dort wird die Schule voraussichtlich neu aufnehmen, das sind erheblich mehr als im vergangenen Jahr (9). Die Zahl der Anmeldungen insgesamt ist an allen drei weiterführenden Schulen stabil, am Gymnasium sogar leicht steigend. Den Zuwachs verdankt das THG aber eben den Anmeldungen aus Dortmund.

Gymnasium nun als "MINT-freundliche Schule" ausgezeichnet

In Lünen-Brambauer ist ein erneuter Versuch, eine Sekundarschule aufzubauen, zum zweiten Mal gescheitert; es gab nur 37 statt der erforderlichen 75 Anmeldungen. Das mag ebenso Einfluss auf die Anmeldezahlen in Waltrop haben wie die Tatsache, dass das Gymnasium nun als "MINT-freundliche Schule" ausgezeichnet wurde.

Die FDP kritisiert unterdessen seit Jahren, dass die hohe Zahl auswärtiger Schüler nicht vertretbare Kosten für den Waltroper Haushalt verursache. "Wir wollen, dass die Zügigkeit der Gesamtschule dem Waltroper Bedarf angepasst wird", sagte FDP-Chef Heinz-Josef Mußhoff unserer Zeitung. In der Schulkommission wolle man das Thema weiter ansprechen. Es geht der FDP insbesondere um die Kosten für den Transport der Schüler, die die Stadt unterm Strich nicht annähernd vollständig refinanziert bekomme. In Einzelfällen gebe es sogar bezahlte Minitaxi-Fahrten.

Gesamtschule kann ohne Auswärtige so nicht überleben

Gesamtschul-Leiter Wolfgang Kollecker denkt freilich nicht daran, beim Werben um Auswärtige künftig Abstriche zu machen. Kollecker sagte unserer Zeitung schon vor einer Weile, er wisse, dass die Gesamtschule in ihrer jetzigen Form ohne die auswärtigen Schüler nicht überleben könne. Ein Problem sah er darin aber nicht: "Die Schule hat ein exzellentes Image in der Region, weil uns die Eltern gut finden. Und das gebe ich nicht freiwillig her." Rund die Hälfte der Gesamtschüler sind zurzeit Auswärtige.