Schuldunfähiger Messerstecher wird eingewiesen

Los! Du musst jetzt jemanden umbringen. Nimm Dir eine Alte. Getrieben von wahnhaften Stimmen im Kopf attackierte ein Waltroper (39) im April in einem Caritas-Heim zwei Frauen mit einem Brotmesser beide erlitten schwerste Verletzungen. Am Freitag wurde der Messerstecher in die Psychiatrie eingewiesen.

WALTROP.. Kurz vor dem Urteil hatte der psychisch kranke Mann erstmals selbst das Wort ergriffen und geschildert, wie es am frühen Morgen des 20. April zu der Bluttat gekommen ist. "Ich habe Stimmen gehört, bin auf die Frau los und habe lautlos zugestochen. Eine Mitarbeiterin hat mich gepackt und ist dazwischen gegangen. Dann habe immer wieder auf ihren Unterarm eingestochen. Sie hatte mich einfach nicht losgelassen."

Stiche auch in der Halspartie

Zerschnittene Muskelpartien, durchtrennte Sehnen: Obwohl die zuerst attackierte Mitbewohnerin sogar Stiche in die Halspartie zugefügt bekam, erwiesen sich die Handverletzungen der Caritas-Angestellten letztlich sogar als folgenschwerer. Ob die auf absehbare Zeit arbeitsunfähige Frau ihre Hand jemals wieder normal einsetzen kann, ist mehr als fraglich.

Messer lag auf der Türklinke

Wie krank der Waltroper ist, davon konnte sich vor Gericht jeder überzeugen. Statt von sich in der Ich-Form zu sprechen, driftete der 39-Jährige immer wieder in die Wir-Form ab. Das spätere Tatmesser hatte er sich Tage zuvor aus der Küche geholt. "Wenn wir schlafen gegangen sind, habe ich es auf die Türklinke gelegt. Um wach zu werden, wenn einer nachts ins Zimmer kommt", sagte der Beschuldigte. Die Stimmen und Befehle in seinem Kopf stammten nach eigenen Angaben abwechselnd vom Verfassungsschutz, der CIA oder der NASA.

Stimmen gehört

Und heute? "Jetzt sagen die Stimmen: Halt’ die Klappe. Wir wollen von Dir nichts mehr hören."
Der Waltroper gilt wegen paranoider Schizophrenie als absolut schuldunfähig. "Es sind auch in Zukunft weitere schwere Straftaten zu befürchten", so die Negativ-Prognose der Richter. Dafür spräche vor allem, dass der sich bereits zweimal selbst habe töten wollen.

Laut Urteil gehen die Bochumer Richter davon aus, dass der Zwangsaufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie viele Jahre dauern wird. Juristisch stuften sie die Bluttat als versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung ein.