Schüler spenden Tornister

Ein riesiger Tornister-Berg stapelt sich in der Gebrüder-Grimm-Schule auf dem Quellberg. Mit einer solchen Resonanz hat Ike Fleuter nicht gerechnet. Ich bin überwältigt, sagt die Präsidentin der Soroptimisten. 40 Noch-Viertklässler starten mit einer guten Tat in die neue Schulzeit.

Recklinghausen.. Die Mädchen und Jungen der Gebrüder-Grimm-Schule an den Standorten Quellberg und Essel trennten sich von ihren bislang so treuen Begleitern - was gleich zwei gute Gründe hat. Einerseits sicherlich, weil viele Eltern den Wechsel ihres Nachwuchses an die weiterführende Schule mit einem neuen Ranzen unterstützen. Aber vor allem, weil die Recklinghäuser Soroptimisten die Aktion "Keine Tonne in die Tonne" ins Leben gerufen haben.

Der Frauen-Club "rettet" die Tornister vor dem vermeintlichen Weg in die Mülltonne und leitet sie an Flüchtlingskinder weiter. "Den Familien sind neue Tornister zu teuer, viele Flüchtlingskinder gehen mit Plastiktüten in die Schule", berichtet Ike Fleuter. Schon in dieser Woche gehen die ersten Exemplare an die Martin-Buber-Schule in Marl. Auch der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), der sich in Recklinghausen um die Betreuung der Flüchtlinge kümmert, erhält in Kürze 20 Ranzen. Und zudem 2 000 Euro, um sie mit Schulmaterial zu füllen. Die Soroptimisten greifen dabei auf die Einnahme eines Benefizkonzerts mit der Swingband "Memphis PC" zurück.

Frisch ausgesaugt übergeben die Quellbergschüler ihre Tornister an Ike Fleuter. "Die Kinder sollen ja keinen dreckigen bekommen", sagt der zehnjährige Nick Hagemann. Maxi Schlechter gesteht, dass ihr der Abschied von ihrem treuen Begleiter auf dem Rücken schon schwergefallen sei. "Aber bei Mama im Schrank steht ja schon ein neuer", sagt die Zehnjährige. Viele Tornister sind von den Kindern bereits mit Turnbeuteln, Etuis und Buntstiften bestückt worden. Louisa Kroppen brachte ein Paar Turnschuhe mit: "Die passen mir nicht mehr, aber für den Müll sind die viel zu schade."