Rückgang der Schadstoffe

Seit 2011 kann Willi Vennemann kein Wasser mehr aus seinem Brunnen an der Kreuzstraße entnehmen. Der Kreis riet ihm und vielen anderen rund ums Deitermann-Werk, wegen der Grundwasser-Belastung darauf zu verzichten. Die 2012 installierte Grundwassersanierungsanlage aber zeigt Wirkung.

Datteln.. Das jedenfalls sagt der erste Statusbericht nach Inbetriebnahme der Anlage aus, der druckfrisch beim Kreis und im Rathaus auf dem Tisch liegt. Danach belegt das Grundwassermonitoring einen deutlichen Rückgang der Schadstofffracht. Diese Aussage beziehen die Gutachter sowohl auf die Schadstofffahne außerhalb des Werksgeländes des Bauchemieherstellers als auch auf die eigentlichen Giftherde auf dem Firmengelände.

Der Gutachter kommt zu dem Schluss, dass das ganze Grundwassersystem auf die Maßnahmen reagiere.
Seit 2001 ist bekannt, dass Boden und Grundwasser bei Deitermann an der Lohstraße (heute St. Gobain Weber) mit gesundheitsschädlichen, krebserregenden Stoffen (polyzyklische aromatische, leichtflüchtige aromatische und leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe) kontaminiert sind.

Seit 2012 wird in Randbereichen des Betriebsgeländes über zwei Brunnengalerien mit insgesamt 29 Einzelbrunnen Sauerstoff in den Untergrund gebracht, um so den natürlichen Abbau der Schadstoffe zu beschleunigen. Mit der Luft aufsteigende Schadstoffe werden dabei über Aktivkohlefilter gereinigt. Im Mai sollen die Aktivkohle in den Filtern hinsichtlich der aufgenommenen Schadstoffe analysiert werden. Danach will man sich auf weitere Sanierungsmaßnahmen festlegen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion wollte der Kreis als zuständige Untere Bodenschutzbehörde zunächst keine näheren Angaben zu diesem Statusbericht machen. Sprecher Jochem Manz verweist auf eine genaue Auswertung der Messergebnisse, die einige Zeit in Anspruch nehme.

Auch Bürgermeister Andr Dora sah sich gestern Nachmittag zunächst einmal nicht der Lage, ins Detail zu gehen. Grundsätzlich bemängelt er natürlich die Tatsache, dass Giftstoffe des Chemiewerks ins Grundwasser gelangt sind. Auf der anderen Seite bewertet es der Verwaltungschef aber als positiv, dass die Sanierung offenbar erste Erfolge zeigt.

Der Gutachter empfiehlt jedenfalls den Weiterbetrieb der Anlagen, da die weitere Verbesserung "vor allem Zeit" benötige. Wann Willi Vennemann wieder Wasser aus dem Brunnen ziehen kann, ist also weiterhin offen.