Rathaus-Mitarbeiter "fürchten" größere Flexibilität

Lang ist die Liste der Nachteile, nur kurz die der Vorteile, die mit einer Fusion der Stadtkassen von Waltrop und Datteln verbunden sind. Das drückt zumindest die Sitzungsvorlage der Verwaltung für die Ratssitzung am Dienstag (17 Uhr) aus. Vor allem die aktuellen Mitarbeiter der Stadtkasse positionieren sich in dem Papier eindeutig.

Waltrop.. Monya Buß von den Grünen hat als erste Kommunalpolitikerin ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stellte sie indirekt infrage, ob es überhaupt Sinn mache, eine Verwaltung mit ernsthaften Fusionsgesprächen zu beauftragen, in der eine skeptische Grundstimmung vorherrsche.

Stadtkämmerer Wolfgang Brautmeier widersprach: "Die Vor- und Nachteile sind abzuwägen. Wir haben natürlich auch die betroffenen Mitarbeiter befragt und deren Meinung in der Sitzungsvorlage festgehalten." Der ehrliche Umgang miteinander gebiete dies.

Die wesentlichen Nachteile einer Fusion aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind:

- Eine größere Flexibilität wird verlangt.
- In Abhängigkeit der Standortwahl (Datteln) ändert sich der Arbeitsweg.
- Erhebliche zusätzliche Belastung während des Umstellungsprozesses.
- Der mögliche Verlust von langjährigen Mitarbeitern und deren Fachkompetenz (Anm. d. Red.: Ohne nähere Erläuterung).

Was die Vorteile der Fusion anbelangt, werden von der Verwaltung unter anderem bessere Vertretungsmöglichkeiten im Krankheits- oder Urlaubsfall, die Bündelung der Fachkompetenz, die Wirtschaftlichkeit durch Optimierung der Personal- und Sachkosten und eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung genannt.

Eine Fusion der Stadtkassen von Waltrop und Datteln würde die Leistungsbereiche Zahlungsabwicklung, Mahnwesen und Vollstreckung umfassen. Dattelns Bürgermeister Andr Dora (SPD) und Waltrops Bürgermeisterin Nicole Moenikes waren übereingekommen, ihren Stadträten zu empfehlen, einem öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Ziel der Fusion der beiden Stadtkassen den Weg zu ebnen. Der Dattelner Stadtrat hat das mit überwältigender Mehrheit getan (eine Gegenstimme).
Heute stimmt der Waltroper Stadtrat ab.