Radler fahren künftig neben den Autos

Auch auf einer umgebauten Römerstraße sollen die Radfahrer in Zukunft neben den Autos auf der Fahrbahn fahren. Anders als beim Umbau der Breddenkampstraße erhalten die Radfahrer dort allerdings eigene Fahrstreifen, die nicht von Autos überfahren werden dürfen.

Marl.. Ein Beispiel für eine solche Verkehrsführung ist die Breite Straße in Alt-Marl.

Die Sanierung der Römerstraße zwischen Bergstraße und Carl-Duisberg-Straße ist schon seit vielen Jahren geplant - allein es fehlte das Geld. Wie unsere Zeitung bereits berichtete, gibt es jetzt aber eine Chance auf Fördermittel. Für den 2. Bauabschnitt zwischen der Heyerhoffstraße und der Einmündung Carl-Duisberg-Straße (Am dicken Stein) hat die Bezirksregierung sogar noch in diesem Jahr die Bewilligung von Zuschüssen angekündigt. Für den Teilabschnitt zwischen Bergstraße und Heyerhoffstraße ist die Bewilligung für 2016 avisiert.

Das Problem: Wie bei der Breddenkampstraße ist die vorliegende Ausbauplanung zehn Jahre alt. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch sämtliche Förderrichtlinien teilweise sogar ins Gegenteil verkehrt. Wesentlichste Änderung ist die Führung des Radverkehrs. Heute halten die Verkehrsexperten auf den meisten Straßen die Kombination von Auto- und Radverkehr auf einer Fahrbahn für sicherer, als die Radfahrer zusammen mit Fußgängern auf getrennten Wegen zu führen. So haben die Autofahrer die Radler besser im Blick und auch Fußgänger sind vor schnellen Radlern besser geschützt.

Verwaltung regt Bürgerversammlung an

Bei der Breddenkampstraße hatte diese Argumentation bei den Bürger bekanntlich wenig Begeisterung ausgelöst. Ähnliche Proteste wird es deshalb möglicherweise auch bei der Ausbauplanung der Römerstraße geben. Derzeit werden im Planungsamt die alten Ausbaupläne überarbeitet, um sie richtlinienkonform zu machen.

Am heutigen Donnerstag wird sich der für Verkehrsfragen zuständige Betriebsausschuss ZBH mit der Thematik beschäftigen. Die Verwaltung regt auch schon eine Bürgerversammlung für den 16. Juni um 18 Uhr im Pfarrheim der Pauluskirche an der Römerstraße an.

Die Umbauplanung sieht vor, die Breite der Fahrbahn für die Autos bei den vorhandenen 6,50 Metern zu belassen und rechts und links einen 1,85 Meter breiten Radfahrstreifen anzubauen - so breit wie ein handelsübliches Doppelbett. Dieser wird so markiert, dass er von Autos - außer zum Einparken oder Abbiegen nicht überfahren werden darf. Zu den geplanten Parkbuchten wird ein 75 Zentimeter breiter Schutzstreifen angelegt.
Heute, 16 Uhr, Zentraler Betriebshof, Zechenstraße, Öffentliche Ausschusssitzung.