"Pandur" wurde auf der Weide vergiftet

Als Alexander Cremers nach seinem Pferd Pandur schauen wollte, war er schockiert: Der 18 Jahre alte Wallach lag hingestreckt auf dem Boden, kurze Zeit später verendete er an inneren Blutungen. Ein Halterner Tierarzt habe inzwischen festgestellt, dass das Tier zu 100 Prozent vergiftet worden sei.

Marl/lembeck.. Alexander Cremers, ein 36-jähriger Huf-Orthopäde aus Marl, ist auf einem Reiterhof aufgewachsen und hat schon mehrere Pferde besessen. Der 36-Jährige hat gestern Strafanzeige bei der Polizei in Marl erstattet und hofft auf Hinweise von Zeugen, die etwas gesehen haben könnten.

"Pandur" stand zum Tatzeitpunkt mit drei weiteren Pferden auf der Wiese an der Straße "Im Schöning" gegenüber der Jugendherberge Lembeck. Hier hat Alexander Cremers im vorigen Jahr mit zwei Bekannten die Weide samt Stall gepachtet. "Die anderen Pferde haben glücklicherweise nichts von dem Gift abbekommen", erzählt Cremers. "Pandur" sei am Tag vor seinem Tod noch "topfit" gewesen.

Die regelmäßige Blutanalyse, die noch kürzlich an dem Wallach vorgenommen worden sei, hatte nichts Auffälliges ergeben, so der Marler. Auch eine womöglich durch Laub oder Pflanzen hervorgerufenen Vergiftung kann er ausschließen.

Seit sieben Monaten war "Pandur" im Besitz von Alexander Cremers. "Wir hatten gerade angefangen, mit ihm zu arbeiten." Seine Ehefrau wollte den Wallach als Reitpferd nutzen. Eine Pferdeheilpraktikerin hatte bereits kurz nach dem Auffinden von "Pandur" gemutmaßt, dass Gift die Todesursache sein müsse. "Das Pferd hat komisch gerochen, aus allen Öffnungen kam Blut, der Körper des Tieres war aufgedunsen", so Alexander Cremers.

Eine genaue Diagnose der Vergiftungen sei nur durch eine Obduktion möglich. "Die kostet aber bis zu 1000 Euro, und sie bringt mir Pandur auch nicht wieder", will der Marler aber Abstand von einer Autopsie nehmen.

Besonders traurig ist der fünfjährige Sohn von Alexander Cremers. "Er war dabei, als wir Pandur da liegen sahen", so der Marler, der immerhin noch Abschied von dem Tier nehmen konnte. "Kurz vor seinem endgültigen Tod legte Pandur den Kopf auf meine Schulter und blickte mich noch einmal an."

Die Polizei hat dem Marler zu einer Videoüberwachung der Weide geraten. In der Vergangenheit hatte es nämlich schon ein paar andere Vorfälle gegeben, sagt der 36-Jährige. Es wurden verschimmelte Silagen ausgelegt, dann der Strom des Weidezauns abgeklemmt, im Hochsommer wurden die Pferde von Unbekannten so eingesperrt, dass sie nicht ans Wasser kamen. Auch Glasscherben tauchten auf der Weide auf.