Mutter kann "Prügel-Verdacht" entkräften

Aufatmen für eine Mutter aus Waltrop: Nach einer umstrittenen Szene auf offener Straße muss sie keine juristischen Konsequenzen fürchten. Zeugen zufolge hatte die 28-Jährige ihren Jungen (2) geohrfeigt. Vor Gericht gelang es der Mutter aber, einen Prügel-Verdacht zu entkräften.

WALTROP.. So schnell kann es also gehen: Das muss sich die Verkäuferin gedacht haben, als sie vor wenigen Wochen eine Anklageschrift in ihrer Post entdeckte. Der Vorwurf: Körperverletzung. Laut Staatsanwaltschaft soll die Waltroperin am 25. Mai an der Ickerner Straße ihren zweijährigen Jungen lautstark angebrüllt, brachial in den Auto-Kindersitz geworfen und ihm schließlich noch eine schallende Ohrfeige verpasst haben.

Vehemente Verteidigung

Im Prozess am Amtsgericht in Recklinghausen verteidigte sich die 28-Jährige vehement gegen die Unterstellung, eine herzlose "Prügel-Mutter" zu sein. Niemals habe sie ihren Jungen geschlagen, beteuerte sie mehrfach. Die Augenzeugen hätten offensichtlich eine einzige ruckartige Arm-Bewegung zum Gurt voreilig als Schlag- aber letztlich eben völlig falsch interpretiert.

Ja, sie sei ihrem Zweijährigen hinterher gerannt, nachdem der wiederholt aus dem parkenden Auto ausgebüxt und zur viel befahrenen Straße gerannt war. Dabei sei es sicher auch etwas lauter geworden. Beim Platzieren des Jungen in die Kindersitz-Schale habe sie danach lediglich noch "mit Wucht" den Anschnallgurt angelegt - eine Ohrfeige habe es aber garantiert nicht gegeben.

Keine handfesten Anhaltspunkte

Handfeste Anhaltspunkte dafür, dass der kleine Waltroper tatsächlich geohrfeigt worden ist, hatte bereits die damals von zwei Anwohnern alarmierte Polizei nicht entdecken können. Trotzdem hatte die Staatsanwaltschaft später zunächst Anklage wegen Körperverletzung erhoben.

Im Prozess bewerteten das Gericht und die Staatsanwaltschaft die Erklärungen der Mutter als absolut plausibel. Die Anklage wurde fallen gelassen, das Strafverfahren ohne Auflagen eingestellt.