Montag werden Abwasserrohr und Starkstromkabel verlegt

Ab Montag, 26. Januar, wird weitergebaut an Datteln 4 ungeachtet des Baustopps und anstehender Gerichtsverfahren. Die RWE-Tochter Westnetz verlegt im Auftrag von E.ON das Starkstrom-Anschlusskabel sowie das Abflussrohr fürs Kraftwerk.

Datteln.. Die Abwasserdruckrohrleitung (Durchmesser 30 Zentimeter) wird zum Pumpwerk Beisenkamp verlegt, das 110- Kilovolt-Kabel zum Umspannwerk Losheide. Hinzu kommen mehrere Leerrohre, in die später unter anderem Telekommunikationskabel eingezogen werden.

Rund drei Kilometer lang sind die Strecken. Fertig werden will Westnetz bis Ende 2015. Eine "siebenstellige Summe" werde das kosten, sagt Westnetz-Sprecherin Maren Frisch.

Kabelstrang und Rohr werden am Kraftwerk an der dortigen Brücke über den Kanal und dann unterirdisch am Kanal entlang übers ehemalige Zechengelände Emscher-Lippe 3/4 geführt.

Der ursprüngliche Plan, das Abwasserrohr quer übers "Wasserstadt"-Gelände zum Pumpwerk zu verlegen, wurde verworfen. Stattdessen soll das Rohr nördlich des Ölmühlenbachs in einem Spülbohrverfahren unter der Halde hindurchgedrückt.

Das habe den Vorteil, dass das Rohr später nicht im Weg liegt, wenn die geplante "Wasserstadt" eines Tages doch noch realisiert werden sollte, erläutert Stadtplaner Karl-Heinz Marscheider. Die Stadt verfolgt die Wasserstadtpläne unbeirrt weiter.

Außerdem ist die Gefahr für Westnetz bei dieser Trassenführung geringer, beim Graben auf kontaminierten Boden zu stoßen. Am ehemaligen Kokereistandort gibt es bekanntermaßen massive Schadstoffbelastung im Untergrund. Die Erdarbeiten würden vom Kreis als Bodenschutzbehörde überwacht, sagte uns Westnetz-Sprecherin Maren Frisch. Legt der Bagger belasteten Boden frei, würden die Arbeiten gestoppt und das Erdreich entsorgt, sagt sie.

Begonnen wird Montag mit vorbereitenden Arbeiten am Umspannwerk. Unter anderem werden Bäume und Büsche gerodet. Die eigentlichen Ausschachtarbeiten beginnen am 2. Februar. Auf halber Strecke steht am Dortmund-Ems-Kanal immer noch die alte Zechenhafenmauer. Die muss die RAG noch abreißen lassen.

Beide Bauprojekte seien aufeinander abgestimmt, sagt Westnetz-Sprecherin Maren Frisch. Sie geht davon aus, dass man sich nicht in die Quere kommen wird. Aber: "Die RAG muss fertig sein, ehe wir da lang können."