Mitnahme-Verbot für E-Scooter im Bus bleibt vorerst

Hermann Obst  aus Gladbeck ist einer der Betroffenen, die durch das Mitnahmeverbot im Bus immobiler geworden sind.
Hermann Obst aus Gladbeck ist einer der Betroffenen, die durch das Mitnahmeverbot im Bus immobiler geworden sind.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Antrag der Piraten im Verkehrsausschuss des Kreistags abgelehnt. Politik sucht jedoch nach einer Lösung im Interesse der Betroffenen.

Recklinghausen/Gladbeck..  Die Vestische soll das Transportverbot für E-Scooter (Elektromobile) einfach wieder aufheben, sagt die Piratenpartei im Recklinghäuser Kreistag. Politisch stehen die Piraten mit dieser Forderung allein auf weiter Flur. Denn die Mehrheit der Politiker bescheinigt dem Hertener Nahverkehrsunternehmen, „verantwortungsbewusst“ gehandelt zu haben. Wie in der Sitzung des Kreis-Verkehrsausschusses deutlich wurde, setzt auch die Politik im Kreis auf das Gutachten, das zurzeit im Auftrag des NRW-Verkehrsministeriums erarbeitet wird. Fachleute sollen ermitteln, ob es nicht doch Optionen für eine sichere Mitnahme von Elektromobilen gibt. Das Gutachten soll Ende März oder Anfang April vorliegen, berichtete der Geschäftsführer der Vestischen, Martin Schmidt. „Wenn die Studie eine Lösung bietet, setzen wir sie um“, kündigte er an.

Im November hatte sich die Vestische – wie fast alle Nahverkehrsunternehmen in der Republik – einer Empfehlung des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) angeschlossen und ihren Busfahrern die Mitnahme von E-Scootern aus Sicherheitsgründen untersagt. Mittlerweile ist das Transportverbot auch vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigt worden (wir berichteten).

Dass die restriktive Vorgehensweise zahlreiche gehbehinderte Menschen in ihrer Mobilität einschränkt, lässt die Politik jedoch nicht kalt. Vertreter aller Parteien verlangten, dass das Problem gelöst werde. Verwiesen wurde zum Beispiel auf Bremerhaven, wo der örtliche Verkehrsbetrieb E-Scooter und deren Besitzer mit kleinen Sonderfahrzeugen chauffiert. Im Kreis Recklinghausen gibt es allerdings noch nicht einmal Schätzungen, wie viele Gehbehinderte tatsächlich vom E-Scooter-Verbot betroffen sind.

Die Vestische sowie die Verkehrspolitiker des Kreises sehen auch die Krankenkassen in der Pflicht. Diese sollten ihren Versicherten statt eines E-Scooters einen elektrischen Rollstuhl verschreiben. Für den gibt es im Linienbus nämlich spezielle Sicherungseinrichtungen.