Kröten auf Wanderschaft

600 Kröten haben die Mitglieder des Naturschutzbunds im letzten Jahr gerettet. 800 waren es im Jahr davor. Wie viele werden es wohl 2015?

Marl.. Wenn die Temperaturen nach dem Winter wieder steigen, machen sich die Tierschützer des Naturschutzbundes NABU an die Arbeit. Denn dann wandern zahlreiche Kröten aus ihren Verstecken zu nahe gelegenen Gewässern, um sich zu paaren. Das Problem: Viele laufen Gefahr, bei der Wanderung von Autos überfahren zu werden.
In Marl sind vor allem die Recklinghäuser Straße und der Linder Weg sehr gefährlich für die wandernden Kröten. Deswegen sind seit Samstag etwa 50 Zentimeter hohe Krötenzäune am Straßenrand zu sehen. Mithilfe von Eisenstäben befestigen die Helfer die stabilen Kunststoffzäune an den Böschungen.

Früh aufstehen

Wie das den Tieren hilft, weiß Thilo Bredtmann. Der Schüler hilft seit drei Jahren bei der Aktion tatkräftig mit. "Die Kröten wandern aus dem Wald in Richtung des Tümpels. Von den Zäunen werden sie abgefangen und landen dann in Eimern, die hinter den Zäunen eingegraben sind", erzählt der 13-jährige Naturschützer. "Manchmal findet man auch Molche oder sogar Mäuse in den Eimern", verrät Thilo Bredtmann.

Etwa drei bis vier Wochen dauert die Krötenwanderung. Um die Kröten in dieser Zeit aus den Eimern zu holen und sicher zu dem Tümpel in der Nähe der Fischteiche am Linder Weg zu bringen, müssen die Helfer früh raus. Noch vor der Schule geht es für Thilo Bredtmann dann los zu den Krötenzäunen. Das ist es ihm aber wert. "Ich finde es wichtig, Tiere zu schützen", sagt der junge Umweltschützer.