Jede Menge Steine liegen - und stehen - im Weg

Eigentlich wollten Jan Moerchen und seine Mitstreiter vom Kulturbunker e.V. schon längst die ersten Bands und Künstler in ihren vier massiven Betonwänden begrüßen. Statt Musik, dröhnt bisweilen aber immer noch die Bohrmaschine im Bunker und so langsam haben Moerchen und Co. die Faxen dicke. Ständig gibts neue Auflagen von der Stadt, Gutachten müssen nachgeliefert werden, und auch die Nachbarn machen den Ehrenamtlern das Leben schwer.

Waltrop.. Es geht um die Lärm- und Sichtschutz-Mauer des Parkplatzes, die offenbar nicht den optischen Vorstellungen der angrenzenden Nachbarschaft des Mehrgenerationen-Hauses entspricht. "So ist das halt nicht gewünscht", sagt Jan Moerchen kurz und knapp. Dabei war die ursprüngliche Idee der Mauer durchaus clever und vor allem ökonomisch. Mit Gitterstahlmatten haben sich die Kulturbunker-Aktiven eine 60 Zentimeter breite, zwei Meter hohe und 35 Meter lange Schalung gebaut. Die haben sie dann gefüllt mit etlichen Tonnen von Bauschutt, der bei den Abbrucharbeiten im Bunker anfiel. "So wollten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen", sagt Moerchen. Der Schutt wäre kostenlos "entsorgt" und die Mauer relativ günstig gebaut worden. Das Geld ist schließlich knapp beim Kulturbunker-Verein. Nun aber die Beschwerden der Nachbarn. Ob die Mauer bleiben darf, mit Beton verfüllt oder doch ganz weg muss - all das hängt jetzt in der Schwebe.

Fehlen Unterlagen oder nicht?

Das zählt übrigens auch für so einige Unterlagen, die der Stadt offenbar noch fehlen. Aber: "Wir bekommen ja überhaupt keine Auskunft, was noch gemacht oder eingereicht werden muss, bevor wir loslegen dürfen", hadert Jan Moerchen.

In der letzten Sitzung des Kulturausschusses hatte Verwaltungsmitarbeiter Marco Patruno erklärt, der Kulturbunker müsse zuerst einige Unterlagen nachliefern, bevor es dort weitergehen könne. Moerchen: "Aber wir wissen da nichts von."

Stadt-Mitarbeiter waren seit einem Jahr nicht mehr im Bunker

Es fehle beispielsweise ein Lüftungsgutachten, die Nutzflächenberechnung und es seien noch Auflagen des Brandschutzgutachtens zu erfüllen. Moerchen und Mitstreiter Tim Schwering sind verwundert. "Seit einem Jahr war niemand mehr hier von der Stadt. Wie wollen die denn wissen, was hier fehlt." Sie bemängeln weiter, dass regelmäßig Wochen und Monate vergehen, bevor man eine Antwort aus dem Bauamt bekomme. Sei’s drum.

Dieses Jahr soll's trotzdem los gehen

Entmutigen lassen will sich der Kulturbunker e.V. nicht. Schließlich ist der Innenausbau fast abgeschlossen, die neun Band-Proberäume - wenn auch im rustikalen Bunker-Stil - nahezu bezugsfertig. Noch in diesem Jahr, so hoffen die Betreiber, kann der Kulturbunker mit seinem eigentlichen Auftrag starten: der Jugend- und Kulturförderung durch Proberäume und Ateliers für Musiker und Künstler.
Zugunsten des Kulturbunkers findet am kommenden Samstag, 20. Juni, ein Benefizkonzert im Yahoo statt.

- Fünf Bands treten auf, die Musikrichtungen sind dabei bunt gemischt.

- Rich Kid Rebellion spielen Acoustic-Punk-Rock, Oakmind Pop und Rock, Fairytale Heavy Metall, Skittle Alley Punk-Rock und Just-4-Oldies 60er-Jahre Cover-Rock.

- Los geht’s am Samstag um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. Eintritt: 5 Euro.