In der Kirche hat nur einer die Foto-Lizenz

Während der Gottesdienste zur Konfirmation und zur Kommunion darf in Waltrop in der Kirche jeweils nur ein von der Gemeinde engagierter Fotograf Bilder machen. Diese können Eltern dann später gegen Geld bestellen. Das wird ihnen vorab mitgeteilt. Bei Facebook gibt es jetzt an dieser Regelung Kritik.

Waltrop.. Dabei gibt es mehrere Aspekte: Werden die Eltern damit bevormundet? Was ist, wenn Eltern nicht wollen, dass das Kind von dem beauftragten Fotostudio fotografiert wird? Wie sieht es mit dem Recht am eigenen Bild aus?
Pfarrer Ulrich Lammers äußert sich für die Evangelische Kirchengemeinde: "Die genannte Regelung haben wir seit Jahren. In den 24 Jahren, in denen ich in Waltrop bin, hat es damit noch keine Probleme gegeben." Ziel sei es, Unruhe während des Gottesdienstes zu vermeiden. Es handele sich schließlich nicht um ein Event, sondern um eine Einsegnung, betont Lammers. "Und den Segen selbst kann man ohnehin nicht auf Festplatte bannen." Die Evangelische Gemeinde arbeitet mit dem Fotostudio Sümpelmann zusammen, hatte in früheren Jahren auch schon andere Partner.

Noch kein geeigneter Kandidat in der Gemeinde

Die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, jemanden aus den eigenen Reihen zu beauftragen und die Sache so etwas zu ent-kommerzialisieren, beantwortet Lammers so: "In meiner vorherigen Gemeinde gab es einen Jugendreferenten, der das übernommen hat. In Waltrop ist mir aber noch niemand Geeignetes untergekommen." Freilich würden auch die Fotos eines solchen Fotografen nicht kostenlos zu haben sein - auch er müsste mindestens seine Auslagen ersetzt bekommen.

Eltern wünschen sich eine Erinnerung

Im Erstkommuniongottesdienst in der katholischen Kirche waren früher gar keine Fotos zugelassen, um Störungen zu vermeiden. "Die Eltern wünschen aber eine Erinnerung an die Messe. Jetzt haben wir daher zum zweiten Mal einen professionellen Fotografen aus Recklinghausen verpflichtet, der weiß, was im Gottesdienst angemessen ist und was nicht", sagt Pastoralreferentin Christine Bischof. Nicht fotografiert wird weiterhin während der eigentlichen Eucharistiefeier. Die Fotos finden sich auf einer CD, die für 20 Euro gekauft werden kann. Bischof: "Wenn das für jemanden nicht bezahlbar ist, finden wir einen Weg, dass er die Fotos trotzdem bekommen kann."