Heimatverein sammelt 1145 Unterschriften gegen den Abriss

1 145 Unterschriften sprechen eine deutliche Sprache: So viele Waltroper wünschen sich, dass die Alte Berginspektion nicht dem Abrissbagger zum Opfer fällt. Der Heimatverein hat gestern die Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Nicole Moenikes übergeben.

Waltrop.. Die Unterschriften Waltroper Bürger hatten Mitglieder des Vereins selbst gesammelt. "Wir wollen nicht, dass die Politik der AWO einfach so die Abrissgenehmigung erteilt", sagte der Vorsitzende des Heimatvereins, Norbert Frey, bei der Übergabe der Liste. Bekanntlich will die AWO das historische Gebäude abreißen, um dort einen Neubau zu errichten, der den neuesten Vorgaben fürs Seniorenwohnen entsprechen soll.

AWO hat Kritik an den Abrissplänen berücksichtigt

"Einfach abreißen" - dazu wird es auch nicht kommen. Bürgermeisterin Moenikes berichtete Frey und seinen Kollegen Franz Josef Bomert und Klaus Pinger, dass es inzwischen den Antrag auf die Einleitung eines sogenannten "vorhabenbezogenen Bebauungsplans" gebe, über den der zuständige Ausschuss und am Ende der Rat entscheiden müsse. Die AWO habe die Kritik an den Abrissplänen insoweit berücksichtigt, dass man jetzt anbiete, zumindest den Eingangsbereich zu erhalten - freilich nicht als integrierten Bestandteil eines Neubaus, sondern wie eine Art Denkmal oder Erinnerung vor dem Gebäude. Erste Reaktion bei den Heimatfreunden: Das sei doch ein bisschen wenig.

Klar dürfte indes sein, dass die Berginspektion in ihrer aktuellen Gestalt nicht erhalten bleiben wird. Würde die AWO die Berginspektion erhalten und sanieren, müsste sie knapp 900 000 Euro mehr aufbringen, als ein Neubau an dieser Stelle kosten würde, hatte AWO-Geschäftsführer Wolfgang Altenbernd vor einiger Zeit gesagt. "Das Geld haben wir aber nicht."

Runder Tisch geplant

Es gehe darum, eine Lösung zu finden, die den historischen Belangen und den Interessen der AWO gerecht werde, so die einhellige Meinung beim Gespräch zwischen Heimatverein und Bürgermeisterin. Dafür soll demnächst auch eine Dreier-Runde zusammenkommen, also Vertreter der AWO mit am Tisch sitzen.
Noch bevor das Thema Berginspektion im Stadtentwicklungsausschuss auf die Tagesordnung kommt, solle es eine Bürgerbeteiligungs-Veranstaltung geben, kündigte Bürgermeisterin Moenikes an. Einen genauen Termin konnte sie gestern noch nicht nennen.

Norbert Frey lobte, dass im Kommunalwahlkampf mit dem Thema verantwortungsvoll umgegangen worden sei. Neben dem Heimatverein hatten sich auch Vertreter mehrerer Parteien gegen einen Abriss ausgesprochen.