Haltern erinnert mit Trauergottesdienst an die Absturz-Opfer

18 der Absturzopfer aus Flug 4U9525 kamen aus Haltern. Die Stadt erinnert am Mittwoch mit einem ökumenischen Trauergottesdienst an alle Opfer.
18 der Absturzopfer aus Flug 4U9525 kamen aus Haltern. Die Stadt erinnert am Mittwoch mit einem ökumenischen Trauergottesdienst an alle Opfer.
Foto: Volker Hartmann/Funke Foto Services
Die Stadt Haltern und die Kirchen haben zu einem Trauergottesdienst zur Flugzeugkatastrophe in Frankreich eingeladen. 18 Opfer kommen aus der Stadt.

Haltern am See.. Haltern trauert - eine Woche nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich wollen die Menschen der Stadt zu einem öffentlichen Gottesdienst zusammenkommen. Die Pfarrer der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Halterner Bürgermeister Bodo Klimpel haben für 17 Uhr in die St.-Sixtus-Kirche eingeladen. Es werden viele Teilnehmer erwartet, deshalb wird der Gottesdienst über Lautsprecher auch nach draußen übertragen. Unter den Opfern der Tragödie sind 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Halterner Joseph-König-Gymnasiums.

Germanwings-Absturz An der Absturzstelle in den französischen Alpen soll am Mittwoch damit begonnen werden, persönliche Gegenstände der Toten zu sichern. Die Bergung der Opfer wurde nach Angaben der Gendarmerie am Dienstag abgeschlossen. Bis spätestens Ende der Woche sollen alle Opfer identifiziert sein. Außerdem geht die Suche nach dem Flugdatenschreiber weiter.

450 Angehörige nach Frankreich gereist

Die Chefs von Lufthansa und Germanwings wollten am Mittwoch erneut an der Absturzstelle der Opfer gedenken. Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Chef Thomas Winkelmann hätten außerdem geplant, in Marseille erneut mit Angehörigen zusammenzukommen, sagte ein Konzernsprecher. Bereits mehr als 450 Angehörige der Opfer sind seit dem Unglück in die Region gereist.

Flugzeugabsturz Der Airbus war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einer Felswand in Frankreich zerschellt. Der 27 Jahre alte Copilot wird verdächtigt, seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war er vor Jahren suizidgefährdet. Für den Unglückstag war er krankgeschrieben.

Die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa wusste während der Ausbildung des Mannes, dass er früher an Depression gelitten hatte. In einer E-Mail habe der damalige Flugschüler 2009 im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner Ausbildung die Fliegerschule über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert, hieß in einer Mitteilung des Unternehmens am Dienstagabend.

Angebliches Cockpit-Video aufgetaucht

Ein Video aus der Germanwings-Unglücksmaschine soll Medienberichten zufolge Bilder aus den letzten Sekunden des Flugs 4U9525 zeigen. Die Gendarmerie bezeichnete die Berichte über das Video laut Süddeutscher Zeitung allerdings als "vollkommen falsch". "Bild" und das französische Magazin "Paris Match" berichteten am Dienstagabend, Mitarbeiter hätten die Sequenz ansehen können. Das Video sei am Unglücksort von einer Person gefunden worden, die zum Kreis der Ermittler gehöre.

Der Zeitung zufolge ist die Szenerie an Bord chaotisch und völlig verwackelt, einzelne Personen seien nicht identifizierbar. Die Echtheit des Videos sei unzweifelhaft.

Der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin erklärte auf Anfrage dagegen, er wisse nichts von einem solchen Fund. Es seien eine Reihe von Handys gefunden worden, die noch ausgewertet würden. Sie seien aufgrund des Aufpralls aber in einem sehr schlechten Zustand. "Ich weiß nicht, ob sie ausgewertet werden können." Er sei noch zwei Stunden zuvor vor Ort gewesen - da sei von einem solchen Video nicht die Rede gewesen, sagte Robin. (dpa)