Gymnasialkirche erstrahllt in neuem Glanz

Die Sanierungsarbeiten der Gymnasialkirche sind abgeschlossen. 280.000 Euro hat die Neugestaltung gekostet. Das moderne Gotteshaus soll nun vermehrt für Kulturveranstaltungen seine Pforten öffnen.

Recklinghausen.. "Edle Einfalt, stille Größe" - auf die klassischen Stil-Prinzipien hat sich der Architekt Peter Kemper offenbar besonnen, als er daran ging, die Gymnasialkirche zu restaurieren. Die schlichte Schönheit des klassizistischen Saalbaus kommt besser denn je zur Geltung.

Zwei Dinge machten die umfangreichen Baumaßnahmen an der kleinen Altstadt-Kirche notwendig. Einerseits gab es erheblichen Sanierungsbedarf an Boden, Fenstern und Innenanstrich, zum anderen haben sich die Ansprüche an das Gotteshaus verändert: "Wir werden in Zukunft das Kulturprogramm erweitern und die Gymnasialkirche noch stärker in den Mittelpunkt rücken", sagte der Leiter des Petrinum, Detlef Klee. Dazu und auch für die schulischen Veranstaltungen und die Jugendmessen des Areopag brauchte es eine neue Haustechnik, eine moderne Licht- und Tonanlage.

Für eine lichte Atmosphäre im wohl schönsten Haus der Altstadt sorgt die neue Farbgebung in zwei Weißtönen: "Zuvor gab es hier drei Farben. Im beigen Anstrich waren die Pfeiler und Gesimse mit ocker und grau abgesetzt. Das war ganz schön bunt und zugleich düster. Die neue Farbgestaltung weiß in weiß verleiht dem Raum Eleganz und bringt die Stuckarbeiten sehr schön zur Geltung", befand Architekt Peter Kemper.
Buchstäblich in neuem Glanz erstrahlen auch die Fenster. Wie in einem Mosaik wurden die blinden, gebrochenen und undichten Buntglasscheiben Stück für Stück in der Bleiverglasung ausgetauscht. Aufwendig waren auch die Arbeiten am Boden: Hier wurde das Sammelsurium an Platten ohne tragfähigen Unterboden durch einen Boden aus Jura-Marmor "aus einem Guss" ersetzt. Damit der Raum den vielfältigen Erfordernissen jederzeit angepasst werden kann, wurden die alten Kirchenbänke entfernt und durch moderne Stühle ersetzt. Die Bänke werden nun beim Bistum Münster eingelagert und in eine neue Nutzung vermittelt.

280 000 Euro hat die Restaurierung der Gymnasialkirche gekostet. "Die Hälfte der Kosten trägt die Stadt, die andere Hälfte kommt aus dem Gymnasialfonds", erklärte der in der Gymnasial-Stiftung engagierte Beigeordnete Georg Möllers.