Gilde Bruch droht das Aus

Schwere Zeiten für die Süder Grünröcke: Nach einer turbulenten Jahreshauptversammlung im Pfarrsaal der Mariengemeinde, die vorzeitig abgebrochen wurde, droht der 207 Mitglieder starken Gilde Bruch im schlimmsten Fall sogar die Auflösung.

Recklinghausen.. Der Grund: Die Zusammenkunft versagte dem neu gewählten Vorsitzenden Claus Timmes mit Ausnahme seines Stellvertreters Wolfgang Immick die Zustimmung zur Besetzung weiterer Vorstandspositionen. Schon im Vorfeld der gut besuchten Versammlung hatte der bisherige Gildenchef Kurt Halfmann aus gesundheitlichen Gründen auf einen Verbleib an der Spitze des Bataillons verzichtet. Darum galten die Neuwahlen als der heikle Punkt auf der Tagesordnung.

Und prompt gestaltete sich die Suche nach einem neuen Gildenführer als ganz schwieriges Unterfangen, das von etlichen Querelen und Debatten begleitet war. Letztlich setzte sich der einzige Kandidat, Claus Timmes, nach geheimem Votum mit 57 Ja-Stimmen bei 35 Ablehnungen und sieben Enthaltungen durch. Die Wahl des 2. Vorsitzenden per Akklamation ergab eine knappe Mehrheit für Wolfgang Immick. Mitglieder zweifelten jedoch an der Rechtmäßigkeit des Resultats. Es folgte eine erneute Abstimmung. Diesmal aber in geheimer Wahl. Wolfgang Immick wurde mit 50:49 hauchdünn gewählt. Doch als es um die Besetzung der Position des 1. Geschäftsführers ging, versagte die Versammlung ihr mehrheitliches Votum für die vorgeschlagene Jessica Timmes, Ehefrau des gerade erst gewählten Vorsitzenden. Ein weiterer Kandidat fand sich nicht. So geriet der Wahlfluss ins Stocken.

Guter Rat war teuer. Es folgten Gespräche in kleinen Gruppen, etliche Mitglieder machten sich für Heimweg starklar. Das veranlasste Timmes schließlich nach vierstündiger Tagungszeit, die Versammlung abzubrechen. Bis zum 30. Mai, dem Termin einer neuen Versammlung, hoffen nun die Grünröcke, einen Ausweg aus der Misere zu finden. Gelingt das nicht, stellt sich sogar die Existenzfrage.