Geschichte von Karl-Ludwig Schweisfurth wird verfilmt

"Pioniere in NRW ist der Titel einer neuen Reihe im WDR Fernsehen. Neben Heinz Nixdorf, Dr. Mildred Scheel und anderen ist der gebürtige Hertener Karl-Ludwig Schweisfurth einer der Pioniere, die von Regisseur Matthias Schmidt für einen 45-minütigen Beitrag porträtiert werden.

Herten.. Die Dokumentation zeichnet den Lebensweg und Werdegang Schweisfurths nach. Sie lässt Familienmitglieder, Wegbegleiter und Beobachter zu Wort kommen. Mit dabei sind zum Beispiel Karl-Ludwig Schweisfurths Schwester Elisabeth Tengelmann, seine Kinder Anne, Karl und Georg Schweisfurth, der Hertener Kunsthistoriker Dr. Siegfried Gnichwitz, Schweisfurths ehemaliger Fahrer Werner Schneider und HA-Redakteurin Dagmar Hojtzyk. Matthias Schmidt lässt sich von der Frage leiten: "Was haben diese Pioniere Herausragendes geleistet?" Karl-Ludwig Schweisfurth, schon in seinen Hertener Zeiten kurz KLS genannt, erscheint Schmidt dabei als "Mehrfach-Pionier".

Seine Erfahrungen als Praktikant in den großen Schlachthöfen der USA setzte Schweisfurth in der Industrialisierung der Fleischverarbeitung in Herten und den anderen Werken um. Er entwickelte den Familienbetrieb unter dem Namen Herta zum größten Fleisch verarbeitenden Unternehmen Europas. Mitte der 80er-Jahre verkaufte Schweisfurth sein Unternehmen an Nestl - und machte eine beachtliche Kehrtwende vom Industriellen zum Öko-Landwirt. Ab 1986 begann KLS auf dem Gut Herrmannsdorf bei Glonn (Landkreis Ebersberg) südöstlich von München, Schweine nach den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft zu halten. Als bahnbrechend zeigte sich Karl-Ludwig Schweisfurth stets auch auf einem anderen Gebiet: der Verknüpfung von Lebens- und Arbeitswelt mit der Kunst. Er holte Kunst schon in den 70er-Jahren in Verwaltungs- und Produktionsräume des Hertener Herta-Werks, und auch Herrmannsdorf ist für ihn ohne Kunst nicht denkbar.

Die Verbindung zu Herten haben KLS und die Familie Schweisfurth bis heute nicht abreißen lassen. An mehreren Stellen hat sich ihr finanzielles Engagement manifestiert: Ob Kunstobjekte im öffentlichen Raum, wie die Schweinegruppe in der Innenstadt, die Vegetative Säule vor dem Copa oder Großprojekte wie das Glashaus, für das Schweisfurth eine Million Mark spendete. Schweisfurth unterstützte Projekte des Bundes für Umwelt- und Naturschutz, er gab den Anstoß für die Hertener Bürgerstiftung, die von der Familie bis heute unterstützt wird. Er lädt jährlich in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schüler nach Herrmannsdorf zum Landpraktikum ein.
Gesendet wird der Beitrag voraussichtlich im Mai oder Juni dieses Jahres.