Gelbe Geister mahnen Radfahrer

Gelbe Geister sitzen auf stilisierten Fahrrädern - darunter steht die Aufforderung: "Geisterradler bitte wenden!" Mit solchen Piktogrammen wollen Polizei und Ordnungsamt die Marler Radfahrer überzeugen, keine Radwege auf der linken Fahrbahnseite zu benutzen, falls das nicht ausdrücklich erlaubt ist.

Was die Bürger seit Jahrzehnten "Marler Landrecht" nennen, ist gefährlich, darauf pocht Polizeihauptkommissarin Tanja Beinlich: "Mehr als 20 Prozent der Radunfälle gehen auf die Benutzung linker Radwege zurück." Wie vor Wochen angekündigt, geht die Polizei nicht nur mit Worten gegen die sogenannten "Geisterradler" vor.

Nach Angaben der Polizeibeamtin wurden seit dem 30. Juni, dem Beginn der Aktion, schon mehr als 100 gebührenpflichtige Verwarnungen in Marl, Dorsten, Datteln und Haltern ausgesprochen. Die genaue Zahl der Marler Fälle ist nicht bekannt. 20 Euro zahlen Radfahrer, wenn sie beim Linksfahren erwischt werden, wo es nicht erlaubt ist - und das ist neuerdings fast überall so. Bei Gefährdung werden daraus 25, bei einem Unfall 35 Euro.

Doch Polizei und Stadtverwaltung wollen auch um Aufmerksamkeit und Verständnis werben. Sie starteten gestern gemeinsam eine Kampagne. Das große Logo soll die Radler, die gerade im Begriff sind, links zu fahren, eben davon abbringen.

Das wird nicht einfach sein. Michael Busch vom städtischen Ordnungsamt: "Das ist eine langfristige Strategie." Tanja Beinlich: "In Marl gibt es noch sehr viel Gesprächsbedarf. Mir wollen den Leuten klarmachen, das Linksfahren gefährlich ist."