Geeignete Unterkünfte fehlen

Sozialdezernent Georg Möllers geht davon aus, dass Recklinghausen in diesem Jahr mehr als die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prognostizierte Zahl von 400 Flüchtlingen aufnehmen muss. Konkrete Daten will er am Montag, 27. April, im Rat nennen.

Recklinghausen.. Bereits 2014 hatte die Bundesbehörde ihre Prognose zweimal nach oben korrigiert. Am Ende fanden 348 Menschen aus 32 Nationen den Weg nach Recklinghausen. Zu den Hauptherkunftsländern zählten Serbien, Syrien, Albanien, Mazedonien und Eritrea. Nur mit Mühe schaffte es die Stadt, die Flüchtlinge überhaupt unterzubringen. "Wir gehen davon aus, dass bis zum Jahresende deutlich mehr als die genannten 400 Menschen kommen werden", so Möllers. Zwar hat die Stadt ihre Bemühungen verstärkt, Wohnungen für eine dezentrale Unterbringung zu finden und plant wie mehrfach berichtet bis zum Jahresende auch den Neubau von zwei Unterkünften an der Herner Straße in Modulbauweise bis zum Frühjahr 2016, doch wird das nicht ausreichen. Längst werden Flüchtlinge auch in Schlichtwohnungen auf der Straße "Im Bogen" untergebracht, die eigentlich für die Nutzung durch Wohnungslose eingeplant sind.

Offenbar ist es unrealistisch, am Wohnungsmarkt in ausreichender Zahl Wohnraum zu finden. Bleibt nur die Unterbringung in Turnhallen oder leer stehenden Schulgebäuden. Entsprechende Überlegungen hatte Möllers bereits in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses geäußert. Explodiert sind mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge auch die Kosten, die von der Stadt geschultert werden müssen. Für 2015 kalkuliert die Sozialverwaltung mit 4,8 Millionen Euro, wobei 1,6 Millionen Euro durch Zahlungen des Bundes und des Landes gedeckt sind. "Wir werden mit Sicherheit zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen müssen", kündigte Möllers an. Einen entsprechenden Dringlichkeitsbeschluss müsse der Rat womöglich schon am kommenden Montag fassen.

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