Freiwillige sammeln Unterschriften

Der geplante Bau einer Forensi sorgt, wie hier am WAZ-Mobil, weiter für viel Gesprächsstoff. In Lünen, wo ebenfalls eine Forensik gebaut werden soll, wurde die Gesundheitsministerin gnadenlos ausgepfiffen.
Der geplante Bau einer Forensi sorgt, wie hier am WAZ-Mobil, weiter für viel Gesprächsstoff. In Lünen, wo ebenfalls eine Forensik gebaut werden soll, wurde die Gesundheitsministerin gnadenlos ausgepfiffen.
Foto: WAZ FotoPool

Haltern am See..  Maaike Thomas, Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen in Haltern am See, hofft auf Sachlichkeit in der Diskussion um den Bau einer Forensik in Haltern-Lippramsdorf. Für kommenden Dienstag, 6. November, 19 Uhr, hat NRW-Gesundheitsminsterin Barbara Steffens (Grüne) ihr Kommen angekündigt. In der Seestadthalle sollen Bürger Gelegenheit haben, nach den Gründen für die Standortwahl Haltern am See zu fragen.

CDU fragt die Ministerin

Ob die Ministerin allerdings antworten wird, ist nach dem Informationsabend in Lünen zu bezweifeln. Dort wurde den aufgebrachten Bürgern – sie buhten die Ministerin und den Bürgermeister aus – klar gemacht, dass das Land von seiner Entscheidung nicht mehr abrücke. Weder zu den Standortkriterien noch zu den anderen geprüften Flächen ließ sich Barbara Steffens zu einer Aussage bewegen.

Josef Hovenjürgen, CDU-Mdl, nimmt die Erfahrungen in Lünen zum Anlass, zur Standortfrage Antworten von der Ministerin einzufordern. „Wenn die Ministerin zu uns kommt, erwarte ich von ihr die Bereitschaft, über den Standort und eventuelle Alternativen einen offenen Dialog zu führen. Sollte sie zu uns kommen, nur um ihre Standortentscheidung durchzudrücken, wäre das eine Rückkehr zur alten Basta-Politik, und gleichzeitig hätte dieser Vorgang mit Transparenz gar nichts zu tun. Mit dieser Basta-Politik gewinnt man keine Menschen, sondern man löst erbitterten Widerstand aus.“

Derweil melden sich Bürger freiwillig, um Unterschriften gegen die Forensik zu sammeln. Carsten Haverkamp aus Haltern am See, beispielsweise, sammelte am Dienstag innerhalb von drei Stunden 160 Unterschriften in der Filiale einer Discounter-Kette. Silena Moseleit bekam innerhalb von zwei Stunden an einer Tankstelle über 80 Unterschriften. Aktuell liegen über 2700 Unterschriften vor. „Das Feedback ist so überwältigend, dass wir den Ansturm kaum bewältigen können“, sagt Marco Rolof, in dessen Firma ITNT in Dorsten die Fäden der Forensik-Gegner zusammen laufen. „Sechs Mitarbeiter arbeiten Vollzeit zu dem Thema; es kostet gerade richtig viel Geld“, so der Fachmann für Marketing und Verhaltenspsychologie. Um mit einer Stimme zu sprechen, wollen die vielen Freiwilligen eine Bürgerinitiative gründen. Man sei auf dem Weg.

Halterns Grüne haben 13 Fragen an die Ministerin gestellt – und machen sich mit dem Gedanken vertraut, dass die Forensik kommt: Wie wird der Freigang aussehen – welcher Anteil wird vor Ort stattfinden? Mit welcher zusätzlichen Polizeipräsenz ist im Falle eines Maßregelvollzugs in Haltern zu rechnen?