Frau gab sich nach Germanwings-Absturz als Angehörige aus

Das Foto zeigt den Gedenkstein in Le Vernet unweit der Unglücksstelle in den Alpen, an der die Germanwings-Maschine im März abgestürzt war.
Das Foto zeigt den Gedenkstein in Le Vernet unweit der Unglücksstelle in den Alpen, an der die Germanwings-Maschine im März abgestürzt war.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Frau gab sich als Cousine einer Lehrerin des Halterner Joseph-König-Gymnasiums aus. Die Lehrerin war beim Absturz in den Alpen gestorben.

Haltern.. Eine Frau aus Beverungen (Ost-Westfalen) soll sich fälschlicherweise als Cousine einer Lehrerin des Halterner Joseph-König-Gymnasiums ausgegeben haben. Die Lehrerin war bei dem Absturz einer Germanwings-Maschine über den französischen Alpen im März 2015 gestorben. Die junge Frau soll in Begleitung von drei Personen zweimal auf Lufthansa-Kosten in die Unglücksregion nach Südfrankreich gereist sein.

Der Vater der ums Leben gekommenen Lehrerin, ein Polizeibeamter, informierte am Mittwoch unsere Redaktion über diesen Vorfall. Bei der Frau aus Beverungen handele es sich um eine Betrügerin, denn sie habe in keinerlei Verbindung zu seiner verstorbenen Tochter gestanden. Sie sei weder eine Angehörige noch eine Freundin oder Bekannte.


Die Frau habe sowohl die Unglücksstelle bei Seyne-les-Alpes als auch die Gedenkstätte in Le Vernet in Frankreich besucht und dort psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Aufgedeckt wurde der Betrug wohl erst, als das Unternehmen Lufthansa bei der letzten Reise über die Osterfeiertage Verdacht schöpfte.

Absturz Sprecher bestätigt das Geschehen

Ein Sprecher bestätigte das Geschehen und bezeichnete es als „bedauerlichen Einzelfall“. Zu näheren Einzelheiten will das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Es erklärte aber, dass es alle weiteren Ermittlungen unterstützen werde.


Im Vordergrund habe für Lufthansa in den ersten Tagen nach dem Unglück die schnelle und unbürokratische Hilfe für Angehörige gestanden. Deshalb seien nur „gewisse Plausibilitäten“ geprüft worden, wenn es um Flüge in die Unglücksregion und Betreuung vor Ort gegangen sei, so der Sprecher. Man habe die Betroffenen nicht mit langwierigen Formalitäten belasten wollen. Das Unternehmen hat noch keinen Strafantrag gestellt, da noch nicht alle Details des Betrugs bekannt sind.

Mit Haltern verbunden

Der Vater der Lehrerin kündigte an, dass er diesen auf jeden Fall einreichen wird. Der Polizeibeamte ist sich allerdings sicher, dass seine Kollegen von der Kripo ohnehin aufgrund des öffentlichen Interesses zur Strafverfolgung verpflichtet sind.


Mit seiner Familie fühlt er sich Haltern besonders verbunden, denn seine Tochter sei sehr gern Lehrerin am Joseph-König-Gymnasium gewesen. Zu den Opfern des Flugzeugabsturzes gehörte ein Spanisch-Kurs mit 16 Schülern und zwei Lehrerinnen.