Extremsportler Ralf Ullrich sammelt Spenden für krebskranke Kinder

In 24 Stunden läuft Ralf Ullrich nonstop rund 180 Kilometer. Auch mit dem Rennrad oder dem Sportroller frisst er Kilometer. Der 52-Jährige ist Extremsportler und sammelt dabei Geld für den guten Zweck. Über Pfingsten startet er wieder für krebskranke Kinder.

Datteln.. "Nach dem 24-Stunden-Lauf ist so viel Adrenalin freigesetzt worden, das ist das Größte", schwärmt der Ultraläufer. Durchzuhalten sei so eine Strecke - immerhin mehr als viermal so lang wie ein Marathon-Lauf - nur in einer Gemeinschaft. "Man zieht sich durch, man hilft sich, wenn sie miteinander laufen", sagt Ullrich.

Faul auf dem Sofa liegen, kennt er nicht. Der Bürokaufmann schnürt sich lieber nach Feierabend die Laufschuhe und reißt Kilometer herunter. Dann geht es durch Felder und Wälder, am Kanal entlang, die schönen Seiten des Ruhrgebiets erkunden und das alles an der frischen Luft. Mal sechs, neun, zwölf oder 24 Stunden. Je nach Lust und Laune. Seine leichteste Übung sind 70 Kilometer in sechs Stunden.

Ullrich schreibt sich die gelaufenen Strecken auf - pro Jahr kommen in der Regel zwischen 4 000 und 5 000 Kilometer zusammen - und sucht sich Sponsoren, die pro Kilometer einen gewissen Betrag spenden.
2012 kamen so für die Elterninitiative krebskranker Kinder an der Dattelner Kinderklinik 2 200 Euro zusammen, 2013 waren es 1 500 Euro. "Wer möchte, kriegt auch eine Spendenbescheinigung", sagt der Meckinghover.

Über Pfingsten steht sein nächster sportlicher Höhepunkt an. Dann geht es zum viel besuchten "Fietselfstedentocht" am Ijsselmeer/Niederlande. Mehrere Hundert Starter sind gemeldet. "Das ist ein über 100 Jahre alter Traditionslauf, früher sind die Leute noch mit Schlittschuhen mitgelaufen", sagt Ullrich. Von Bolsward geht es über Sneek am Ijsselmeer entlang. 230 Kilometer ist eine Strecke lang. Im vergangenen Jahr war er schon dabei und 2015 startet Ullrich gleich zweimal.

Am Pfingstsonntag startet er mit dem speziellen Sportroller - Durchschnittsgeschwindigkeit 16 km/h. Um Mitternacht geht es los. "Ich hoffe, dass ich nach 16 Stunden im Ziel bin", so Ullrich. Viel Zeit zur Regeneration bleibt aber nicht, denn gleich am nächsten Morgen um 6 Uhr legt er die gleiche Strecke - um genau zu sein, sind es fünf Kilometer mehr - noch einmal mit dem Fahrrad zurück. Ein Kraftakt.

Trainiert wird jetzt schon kräftig, mal geht es mit dem Rennrad Richtung Winterswijk (Niederlande) oder dem Sportroller nach Münster. Distanzen sind relativ für Ullrich und nur für seinen GPS-gestützten Schrittzähler relevant, denn danach richtet sich stets die Höhe der Spenden.
Sponsoren können Ralf Ullrich per E-Mail erreichen: ullrira@web.de