Externer Moderator soll Stadt für 11000 beraten

112 Flüchtlinge leben zurzeit in Waltrop, darunter 17 Kinder und Jugendliche. Das ist fast doppelt so viel wie im vergangenen Jahr, als durchschnittlich 66 Flüchtlinge hier untergebracht waren. Und die derzeitige weltpolitische Lage legt nahe, dass künftig eher noch mehr Menschen kommen, die eine Bleibe brauchen. Es ist an der Zeit, ein Konzept zu erarbeiten, wie man langfristig die Flüchtlinge in Waltrop unterbringt, beschloss jetzt der Sozialausschuss.

WALTROP.. Bereits im März hatten die Grünen darauf gedrungen und speziell die Idee dezentraler Unterbringung - also in normalen Wohnungen, nicht in Sammelunterkünften - ins Spiel gebracht. Zumal die Unterkünfte "Am Schwarzbach" und in Unterlippe veraltet sind, Unterlippe zudem extrem weit außerhalb liegt.

Zeit ist oftmals knapp

Jetzt will man sich Hilfe von außen holen. Ein externer Berater soll mithelfen, ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln. Alle Flüchtlinge könne man sicher auch in Zukunft nicht dezentral unterbringen, unterstrich Fachbereichsleiterin Christiane Bröcker. Gemeinschaftsunterkünfte wird es auch deswegen noch geben müssen, weil bisweilen sehr kurzfristig Flüchtlinge ankommen und dann keine Zeit bleibt, eine passende Wohnung zu finden.

In Waltrop macht sich seit einiger Zeit der "Arbeitskreis Asyl/Flüchtlinge" stark für die Flüchtlinge. Verschiedene Träger, unter anderem aus den Kirchengemeinden, sitzen an diesem runden Tisch, und vor allem viele Ehrenamtliche. Dieses Engagement begrüße man ausdrücklich, so die Verwaltung. Doch die Unterbringung von Flüchtlingen sei ein "großes und vor allem sehr konfliktbehaftetes Thema". Deswegen der Vorschlag, eine externe Moderation in Anspruch zu nehmen, die den Planungsprozess für die Asylbewerber-Unterbringung gestaltet. 11 000 Euro wird das voraussichtlich kosten. Geld, das laut Christiane Bröcker nicht zusätzlich aufgewendet, sondern "aus allen Ecken zusammengekratzt" werden solle.

CDU hat Bedenken

"Kein Pappenstiel", kommentierte Veronika Schröder-Norosinski (SPD) im Ausschuss für Jugendhilfe und Soziales, doch trotzdem sei die Idee sehr unterstützungswürdig. Ein Batzen Geld, fand auch Monya Buß (Grüne). Doch dafür habe man dann auf Jahre ein nachhaltiges Konzept. "Außerdem wissen wir ja alle von Städten, die etwas zu salopp mit ihrer Verantwortung für Flüchtlinge umgegangen sind."

Bedenken hatte die CDU-Fraktion. "Warum einen so großen Betrag in die Hand nehmen, wo es doch zahlreiche Ehrenamtliche gibt, die sich gerne einbringen", fragte Tobias Schülken. Er fürchtet, dass ein externer Berater am Ende nur Abstraktes und wenig Konkretes liefert.