Es bleibt beim Kirchen-Abriss in Hamm

Das Presbyterium der evangelischen Stadtkirchengemeinde (esm) hat im Januar beschlossen: Die Lutherkirche in Hamm wird abgerissen. Das Lutherhaus daneben bleibt nur stehen, wenn ein neuer Trägerverein es übernimmt. Seitdem branden immer neue Proteste auf. Geändert sich für die esm nichts.

Marl.. Einen Förderverein für die Lutherkirche gibt es seit Jahren. Er hat unter anderem eine Reihe von Konzerten möglich gemacht. Zum Jahresende, das bestätigt Marcel Willemsen, Vorsitzender dieses Vereins, werden die Mitglieder die Auflösung beschließen und das Vereinsvermögen spenden. Schon im Januar hatte Willemsen deutlich gemacht: Für Gründung und Vorsitz eines Lutherhaus-Trägervereins stehe er nicht zur Verfügung. Das Gleiche galt und gilt noch für die weiteren Vorstandsmitglieder.

Andere Interessenten haben sich bisher nicht gemeldet, sagt Willemsen, sagt auch Pfarrerin Daniela Kirschkowski als esm-Pressesprecherin. Willemsen hat nochmals mögliche Interessenten aufgerufen, sich zu äußern. Die Geistliche folgt seinem Beispiel. Sie will die Vertreter aller im Lutherhaus tätigen Gruppen zu einem Treffen einladen, um auf den Ernst der Lage hinzuweisen. Kommt ein Trägerverein für das Lutherhaus nicht zustande, heißt das laut geltendem esm-Beschluss: Auch dieses Gebäude wird abgerissen. Willemsen: "Dann ist die Gemeinde tot."

Um möglichen Interessenten an einer Förderverein-Gründung Mut zu machen, will Daniela Kischkowski auch Vertreter von "Sinsen lebt" zu dem Hammer Treffen einladen. Dieser Verein macht sich für Erhalt der Kreuzkirche stark, die andernfalls ebenfalls abgerissen wird.

Allen Hoffnungen und aktuellen Gerüchten, die esm könnte von ihrem Kurs doch noch abweichen, widerspricht Daniela Kirschkowski: "Das Presbyterium steht zu seinen Beschlüssen." Einscharfer Kritiker dieses Kurses ist Andreas Täuber, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Ortsvereins Hamm/Sickingmühle. Seine Prognose: "Es ist wohl nicht anzunehmen, dass weiterhin bekannte Künstler wie Chris Kramer zu einem Konzert in einem beengten Lutherhaus mit schlechter Akustik zu gewinnen wären."