"Erster Schritt auf langem Weg"

Für die Lebenshilfe Waltrop ist die Ankündigung, dass die Stadt von der Landesregierung knapp 58 000 Euro für die Inklusion in den Schulen erhält, erst der erste Schritt auf einem langen Weg.

WALTROP.. So formuliert es Fachbereichsleiter Christoph Lücker. Für das Geld könne man vielleicht an einer Schule einen Fahrstuhl für einen Schüler mit Behinderung finanzieren, dann gingen andere Schulen aber leer aus. Grundsätzlich ist Lücker aber "froh, dass Bewegung in die Sache kommt".
Die SPD-Landtagsabgeordnete Eva Steininger-Bludau hatte mitgeteilt, dass Waltrop das Geld bekommen soll und geschrieben, dies dokumentiere "eindrucksvoll", dass Düsseldorf die Städte und Gemeinden bei der Integration behinderter Menschen nicht im Stich lasse. 50 167,07 Euro seien für bauliche Investitionen bestimmt, 7 574,08 Euro für Personalkosten. Dieses Geld sei insbesondere dafür gedacht, Integrationshelfer bereitzustellen. "Dabei geht es aber nicht um die Einzelfallhilfe", betont Julia Rohe, zuständig für den Bereich "Schulassistenz". "In diesem Punkt machen wir in der letzten Zeit die Erfahrung, dass bei Kreis und Kommune immer öfter die eigene Zuständigkeit angezweifelt wird."
Ob die Stadt oder der Kreis die Kosten für Inklusionshilfe im Einzelfall trägt, das richtet sich nach der Art der Behinderung. Bei einer körperlichen oder geistigen Behinderung ist der Kreis zuständig, bei einer emotionalen oder sozialen Einschränkung die Kommune. Wenn ein Kind in beiden Bereichen eingeschränkt ist, wird per amtsärztlichem Gutachten entschieden, welche Einschränkung die überwiegende ist - danach richtet sich dann, wer die Kosten trägt. Ein dritter Kostenträger ist der Landschaftsverband: Er ist zuständig, wenn es um Schüler mit geistigen Behinderungen in Wohnheimen geht.

50 Schüler mit Behinderungen werden zurzeit von Helfern der Lebenshilfe im Ostvest begleitet. "In vier oder fünf Fällen gibt es Streit darüber, wer die Kosten trägt. Das betrifft Kinder aus Datteln, Oer-Erkenschwick und Waltrop", sagt Christoph Lücker. Es geht um Bus- und Wegbegleitung und Betreuung durch Integrationshelfer während des Offenen Ganztags. Die Lebenshilfe will nicht, dass die Kinder unter der Situation leiden und stellt ihnen trotz ungeklärter Finanzierung weiter Helfer an die Seite.